EZB: Die Zinspolitik ist richtig

Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB).

Frankfurt. Die Europäische Zentralbank muss wieder einmal die Rolle des Ausputzers übernehmen. So wie vor fast einem Jahrzehnt, als in der Finanz- und Euro-Krise die nationalen Regierungen in Untätigkeit erstarrten. Zinssenkungen und die Ansage des damaligen EZB-Direktors Mario Draghi, alles zu tun, um den Euro zu retten, brachten die Wende. Jetzt ist es die Pandemie mit der anschwellenden dritten Infektionswelle, die große Gefahren birgt.

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Die EU hinkt hinterher

Die Inzidenzzahlen in Frankreich sind zu hoch. Auch hierzulande ist keine nachhaltige Entspannung der Lage zu erkennen. Und in Italien gibt es wieder ein exponentielles Wachstum bei den Ansteckungen. Ausgerechnet Mario Draghi, inzwischen Ministerpräsident in Italien, hat gerade einen weiteren nationalen Lockdown angedeutet. Alles wird noch dadurch schlimmer, dass in der EU die Impfkampagnen wegen Missmanagement nicht in Gang kommen. Während die USA den Kampf gegen das Virus inzwischen erheblich beherzter anpacken und China ohnehin längst wieder auf Wachstumskurs ist, wird die EU beim Weg zurück in ökonomische Normalität hinterherhinken.

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Das ist es wert

Deshalb ist es wichtig, dass sich die Notenbank abermals ins Zeug wirft, um „günstige Finanzierungskonditionen sicherzustellen“, wie die aktuelle EZB-Direktorin Christine Lagarde formuliert. Steigende Zinsen, wie sie zuletzt an den Anleihenmärkten zu beobachten waren, sind das Letzte, was Europa derzeit ökonomisch brauchen kann.

Also wird die Notenbank wieder gegensteuern und die Zinsen – kurz- und langfristige – in den nächsten Monaten auf extrem niedrigem Niveau halten. Das gibt den Regierungen Handlungsspielraum für zusätzliche Hilfsprogramme, die mit Staatsanleihen finanziert werden müssen. Italien wird das dringend brauchen. Deutschland wahrscheinlich auch. Der Preis dafür könnte eine vorübergehend etwas höhere Inflation sein. Das ist durchaus verkraftbar.

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