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E-Mobilität

FDP kritisiert Strategie von VW-Chef Diess scharf

Ein Elektro-Auto von VW wird an einer Powerbank in Salzgitter aufgeladen.

Ein Elektro-Auto von VW wird an einer Powerbank in Salzgitter aufgeladen.

Hannover.Im Streit um den Autoantrieb der Zukunft gibt es Kritik aus der Landespolitik an der Strategie von Volkswagen. Die FDP im Landtag hält den von VW-Konzernchef Herbert Diess geplanten Umstieg auf Elektromobilität für zu riskant. „Mit dieser Strategie steht VW relativ alleine da“, sagte FDP-Fraktionsvize Jörg Bode am Donnerstag in Hannover. Wenn der Konzern alles auf eine Karte setze und sich die E-Mobilität am Ende nicht rechne, koste das Arbeitsplätze und gefährde ganze Standorte.

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VW fordert Fördergelder für Batteriefahrzeuge

Bode, der als früherer Wirtschaftsminister einst im VW-Aufsichtsrat saß, kritisierte zudem die Forderungen des Autobauers, dass Fördergeld künftig ausschließlich für Batteriefahrzeuge fließen solle. Das wäre Planwirtschaft. „Alle Antriebsformen müssen gleich behandelt werden“, sagte Bode. Er forderte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) auf, sich im Aufsichtsrat für eine Änderung der VW-Strategie einzusetzen. Die Chancen der E-Mobilität würden überschätzt, argumentieren die Liberalen und verweisen auf eine Anfrage, die die FDP bei der Landesregierung gestellt hat. Demnach kämen von den mehr als 7000 Dienstfahrzeugen des Landes derzeit nur 120 für eine Umstellung auf E-Mobilität infrage – vor allem wegen der geringen Reichweite.

In dem umstrittenen Strategiepapier von Diess heißt es, die bisherigen Pläne zur Verkaufsförderung sowie zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos reichten nicht aus. Staatliche Zuschüsse für Hybride sollten demnach zugunsten der Batterieautos sinken. Damit sind andere Autobauer wie BMW nicht einverstanden.

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Die Positionen der Autobauer haben sich nicht geändert

Bei einem Spitzentreffen am Mittwochabend hatten Diess und die Chefs von Daimler und BMW, Dieter Zetsche und Harald Krüger, sowie VDA-Präsident Bernhard Mattes über künftige Antriebsformen gesprochen. Der Branchenverband VDA werde ein zwischen den Herstellern abgestimmtes Forderungspapier erarbeiten, hieß es aus Unternehmenskreisen. Wirklich geändert haben sich die Positionen aber auch nach dem Gespräch nicht.

Die Hersteller einigten sich darauf, dass Elektromobilität Priorität habe, hieß es demzufolge. In der Startphase könnten reine E-Autos und Plug-in-Hybride – nach dem Gesetz handelt es sich in beiden Fällen um Elektrofahrzeuge – gefördert werden, um eine größere Verbreitung zu erreichen. Bei der staatlichen Förderung haben die Autobauer allerdings unterschiedliche Schwerpunkte – wegen des unterschiedlichen Angebots: Laut VW-Strategiepapier sollten vor allem kleinere oder preiswertere Fahrzeuge und damit Geringverdiener und Kleingewerbe gefördert werden, BMW und Daimler dagegen bauen vor allem größere Autos.

Größtes Problem ist die fehlende Ladeinfrastruktur

Entscheidend sei eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur, die es in Deutschland flächendeckend und vor allem in den Städten noch nicht gebe. Die Hersteller forderten den Angaben zufolge rasche politische Entscheidungen. Und: Das Angebot an grünem Strom müsse steigen. Die Festlegung auf E-Mobilität ist bei Autobauern nicht selbstverständlich – beispielsweise Toyota setzt auf die Brennstoffzelle. Renault will mit dem Umstieg noch abwarten.

Von Marco Seng und Thomas Strünkelnberg

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