Fitnessbranche erholt sich: Vorkrisenniveau aber frühestens 2023

Nach der monatelangen Zwangsschließung von Fitnessstudios in der Corona-Pandemie hofft die Branche auf eine Stabilisierung der Mitgliederzahlen.

Nach der monatelangen Zwangsschließung von Fitnessstudios in der Corona-Pandemie hofft die Branche auf eine Stabilisierung der Mitgliederzahlen.

Frankfurt/Main. Nach der monatelangen Zwangsschließung von Fitnessstudios in der Corona-Pandemie hofft die Branche auf eine Stabilisierung der Mitgliederzahlen. Bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht ist, werden nach Einschätzung von Fitnessverbänden aber Jahre vergehen. „Wir rechnen bei konstantem Betrieb und weiteren Lockerungen frühestens 2023 damit, dass Niveau vor Corona erreichen zu können“, teilte der Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) mit.

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Hätten sich Kunden nach der Wiedereröffnung der Studios im Frühjahr noch zurückgehalten, kämen die Leute nun überdurchschnittlich oft zum Trainieren, beobachtet der DSSV. Das liege an der Ferienzeit, weniger Reisen in Corona-Zeiten, aber auch an Nachholeffekten und einem generell „gestiegenen Bewusstsein für die eigene Gesundheit“.

Schlechtes Wetter macht Indoor-Training attraktiv

Zumindest das zuletzt wechselhafte Wetter spielt der Branche in die Karten. „Der durchwachsene Sommer hat uns beim Anwerben neuer Mitglieder geholfen“, sagte Ralph Scholz, Vorsitzender des Deutschen Industrieverbands für Fitness und Gesundheit (DIFG), der dpa. „Das relativ schlechte Wetter hat Indoor-Training attraktiv gemacht.“

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Ende des ersten Halbjahres zählten die fast 10.000 Fitnessstudios in Deutschland nach Angaben von Scholz noch knapp 10 Millionen Mitglieder, fast zwei Millionen weniger als im Vorkrisenjahr 2019 (11,6 Mio). Ziel sei es, die Marke von 10 Millionen Mitgliedern dieses Jahr zu halten. „Es ist unklar, ob wir das schaffen.“

Lage bleibt weiterhin angespannt

Was Insolvenzen anbelangt, sei die Branche glimpflich durch die Corona-Krise gekommen. „Es gab bisher wenige Schließungen“, sagte Scholz. Die Staatshilfen hätten sich bemerkbar gemacht und Mitgliedsbeiträge seien trotz der Schließungen meist weitergelaufen - eine Praxis, die bei einigen Kunden auf heftige Kritik stieß. Manche Anbieter gewährten auch Freimonate für die Zeit der Schließung.

Auch wenn eine Pleitewelle ausblieb, bleibe die Lage angespannt, meint der DSSV. Die Folgen der verlorenen Mitglieder würden einige Studios zeitverzögert zu spüren bekommen. 2020 und im ersten Quartal 2021 hätten die Studios etwa ein Viertel der Mitglieder eingebüßt.

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Trend: Mehr Training draußen

Im Corona-Jahr 2020 brach der Umsatz der Fitnesswirtschaft laut DSSV um gut 24 Prozent auf knapp 4,2 Milliarden Euro ein. Das Anwerben neuer Mitglieder in der wichtigen Wintersaison fiel aus. „Vergangenes Jahr war das bitterste Jahr der Fitnessbranche“, sagte Scholz.

Die Lockdowns haben auch Trends in der Branche geprägt. Als eine Folge sieht Scholz das verstärkt angebotene Training im Freien. „Das passt zum Outdoor-Trend, und der Klimawandel erlaubt es auch, öfter draußen Sport zu machen.“ Auf die zunehmende Konkurrenz durch Videos und Heimtraining-Angebote müsse die Branche mit mehr Komplettpaketen reagieren, erklärte der DIFG-Vorsitzende. Also etwa die Kombination aus klassischem Training im Studio, elektronischen Kursen und Training im Freien. „Doch das steckt noch in den Kinderschuhen.“

RND/dpa

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