Next Generation

Der E-Mokka im Test: Voilà, es ist ein Opel

Der neue Mokka: So jung und frisch sah ein Opel schon lange nicht mehr aus.

Der neue Mokka: So jung und frisch sah ein Opel schon lange nicht mehr aus.

Opel stand nie im Verdacht, im Design am ganz großen Rad zu drehen. Brav, manchmal bieder – und immer hinkte man hinter den Fahrzeugen von Volkswagen hinterher. Über die Jahre kann so etwas frustrierend sein. Dabei haben sie in Rüsselsheim stets daran geglaubt, dass sie gute Produkte zu fairen Preisen anbieten. Nach wirtschaftlich schwierigen Jahren krachte es 2017 im Gebälk und als der erste Schock überwunden war, befand man sich im Besitz von PSA. Und siehe da: Die Franzosen wussten und wissen, wie Design geht.

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Jüngstes Produkt im Portfolio von Opel ist der Mokka, der ab 34.110 Euro zu haben ist. Next Generation, jetzt auch mit E-Antrieb. Es ist für die Opelianer das wichtigste Auto des Jahres und schon deshalb wert, etwas näher betrachtet zu werden.

Wann hat es das jemals gegeben: Zwei Autoverkäufer einer großen japanischen Marke stehen vor dem Mokka, der zufällig bei ihnen einparkt, streichen über die glatten Flächen der Karosserie und bitten darum, einmal Platz nehmen zu dürfen. Voilà, Wunsch gewährt. Die beiden Männer, ausgekochte Jungs und Profis ihres Fachs, können es kaum glauben: Das ist tatsächlich ein Opel, ein Mokka? Der Nachfolger dieses betulichen Knubbels? Und auch noch mit Elektroantrieb? Die beiden verlieren kurzzeitig die Contenance, geraten ins Schwärmen. Ihre Anerkennung für dieses Auto ist nicht gekünstelt, der Blick auf das eigene Angebot für kurze Zeit ein wenig getrübt.

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Doch was ist tatsächlich dran am neuen Mokka? Wesentliche Bauteile stammen aus dem Regal, so sind beispielsweise Batterie und Motor identisch mit dem Antriebsstrang aus dem Opel Corsa, den wir hier vor wenigen Wochen getestet haben. Das heißt: 136 elektrische PS und eine Nominalreichweite von rund 330 Kilometern. Bei 150 km/h greift der elektronische Begrenzer. Die Plattform, auf der das Auto aufbaut, stammt von der Konzernmutter PSA und steht deshalb auch dem Peugeot e-2008 sowie dem Citroën DS3 Crossback zur Verfügung.

Der Mokka hat eine Wärmepumpe, sodass im Winter mit eingeschalteter Heizung die Reichweite nicht dramatisch nach unten korrigiert werden muss. Wie weit man mit dem Mokka tatsächlich kommt, hängt – wie üblich in der neuen Welt der Elektroautos – wesentlich vom persönlichen Fahrstil ab. Für alltägliche Fahrten reicht es jedenfalls allemal. Während das Fahrzeug an Schnellladern mit maximal 100 kW Strom tankt, macht der Onboardlader den Akku an der heimischen Wallbox in fünf Stunden wieder voll. So weit, so gut.

Klare Sache: Auch das Cockpit überzeugt mit klarem Design ohne viel Firlefanz.

Klare Sache: Auch das Cockpit überzeugt mit klarem Design ohne viel Firlefanz.

Tatsächlich ist das Elektro-SUV ein Statement: Seht her, nicht nur die Wolfsburger können flotte Autos für den Mainstream auf den Markt bringen, heißt die Botschaft. Dass es die elektrische Version nur mit Frontantrieb gibt, ist kein Manko. Die Zeiten, in denen SUV noch ihre genetische Verbindung zu ihren Stammahnen, den Geländewagen, in Form kleiner Offroad-Programme nachweisen mussten, sind endgültig vorbei. Außer einer schicken Hülle erwarten die Kunden eben in erster Linie, dass ihr Auto im Alltag funktioniert. Kindergarten, Supermarkt, Schule, Sportplatz – das sind die bevorzugten Ziele.

Und genau das kann der Mokka. Er ist kein Überflieger, aber auch kein Ausreißer. Er ist ein moderner Begleiter, der überall, wo er auftaucht, eine gute Figur abgibt. Zweifarbig, muskulös, selbstbewusst. Jedenfalls haben sich während unserer Fahrten selten so viele Menschen nach einem Auto umgedreht. Einem Opel, was man nicht häufig genug betonen kann. Das Auto zieht sauber um die Kurven, kommt elektrolike zügig vom Fleck und lässt sich auch sonst gut handhaben. Erstaunlich ist, dass das SUV weniger Strom frisst als der kleinere Corsa. Wer nicht übermäßig drauftritt, bleibt durchschnittlich bei 18 kWh auf 100 Kilometern. Das entspricht in etwa den Angaben des Herstellers.

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Weil das Auto entgegen allen Gepflogenheiten der Branche um satte 15 Zentimeter geschrumpft ist, nehmen auf den hinteren Plätzen vorzugsweise Kinder Platz. Das ist zwar eine kleine Einschränkung, aber kein übermäßig großes Übel. Ansonsten ist der Mokka auf der Höhe der Zeit: sehr gute Sitze, ein klares Layout für die Bedienelemente und schon die wesentlichen Fahrerassistenten in der Grundausstattung.

Ob Opel den Mokka gut verkaufen kann, entscheiden am Ende die Kunden. Elektroautos liegen dank der großzügigen Fördergelder momentan gut im Rennen. Wenn dann noch der optische Aha-Effekt dazukommt, sollte es eigentlich klappen. Auch wenn Opel inzwischen nur noch eine von etlichen Marken im neuen Superkonzern Stellantis ist, bleibt irgendwie dieser alte Reflex: Man wünscht den Rüsselsheimern, dass es mit diesem Auto klappt. Zumal es preislich noch unter dem VW ID4 liegt.

 

Opel Mokka-e: technische Daten

Motor Elektromotor

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Leistung 100 kW/136 PS

Max. Drehmoment 260 Nm

0–100 km/h 8,5 s

Spitze 150 km/h, Batterie 50 kWh

Reichweite bis 330 km

Verbrauch 17,6 kWh

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CO₂-Emission 0 g/km

Länge/Breite/Höhe 4,15/1,75/1,53 m

Kofferraum 310–1060 l

Getriebe Eingang

Preis ab 34.110 Euro

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