USA: Lidl und Aldi zahlen Mitarbeitern Impfprämie

Impfprämien sind auch in Deutschland zulässig.

Impfprämien sind auch in Deutschland zulässig.

Hannover. Der Discounter Lidl zahlt US-Angestellten, die sich gegen Corona impfen lassen, eine Prämie von 200 US-Dollar. Das Geld solle den Mitarbeitern unter anderem helfen, die Fahrt zum Ort der Impfung oder die Betreuung von Kindern zu finanzieren, teilt Lidl mit. Das Unternehmen wolle allen Angestellten die Möglichkeit geben, sich impfen zu lassen. In einer Pressemitteilung des Discounters heißt es, interne Umfragen hätten ergeben, dass sich „fast acht von zehn Mitarbeitern“ impfen lassen wollen.

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Die Aldi-Nord-Tochter „Trader Joe‘s“ hat ebenfalls eine Prämie angekündigt. Das Unternehmen möchte jedem Mitarbeiter zwei Stundenlöhne extra auszahlen. Kosten, die möglicherweise für die Impfung anfallen könnten, wolle der Discounter ebenfalls übernehmen. Auch die Aldi-Märkte in den den USA, die zu Aldi Süd gehören, planen Mitarbeiterprämien.

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Aldi: Zu früh für eine Aussage

Sind solche Impfprämien auch in Deutschland denkbar? Aldi Süd und Aldi Nord teilen auf Anfrage des RedaktionsNetzwerk Deutschlands (RND) mit, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage über eine mögliche Impfprämie machen könnten. „Mitarbeiter des Einzelhandels sind laut Impfstrategie des Bundes in die Gruppe 5 (vor der breiten Bevölkerung) eingeordnet worden. Ein Impfstart ist erst im Q2/2021 [April 2021] zu erwarten“, teilte ein Sprecherin mit.

Weiter heißt es, „die Impfungen werden freiwillig sein und basieren auf der Entscheidung eines jeden Einzelnen. Über unsere internen Kommunikationskanäle werden wir unsere Mitarbeiter darüber informieren, was rund um den Impfstart wichtig ist.“

Auch der Discounter Lidl stellte gegenüber dem RND klar: „Aktuell plant Lidl in Deutschland nicht, seinen Mitarbeitern eine Impfprämie zu zahlen.“

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Arbeitgeber können Mitarbeiter (noch) nicht verpflichten

Arbeitgeber dürfen keine Impfung verlangen. „Die Impfung bedeutet einen starken Eingriff in grundrechtlich geschützte Position des Arbeitnehmers. So etwas ginge nur auf der Basis einer gesetzlichen Pflicht“, erklärt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin.

Der Gesetzgeber habe sich bei der Corona-Schutzimpfung bewusst gegen eine solche Pflicht entschieden. Nur wenn sich das in Zukunft ändern sollte und sich der Gesetzgeber für eine Impfpflicht entscheidet, würde sich auch die Bewertung der Verpflichtung im Arbeitsverhältnis ändern, erklärt der Fachanwalt.

Impfprämien sind zulässig

Anreize in Form einer Impfprämie seien aber zulässig. „Der Arbeitgeber hat ein nachvollziehbares Interesse an der Impfung, der Arbeitnehmer gibt eine grundrechtlich geschützte Position auf. Warum soll es dafür nicht eine Gegenleistung geben?“ Bredereck sieht hier aber künftig noch viel Konfliktpotenzial.

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Aktuell (Stand: 26. Januar) sind in Deutschland 1.921.689 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Laut Statistik des Robert-Koch-Instituts sind darunter über 777.000 Menschen, die die Impfung aus beruflichen Gründen erhielten.

mit dpa

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