Schiffsbauer in der Krise: MV Werften zahlt keine Löhne

Ein Arbeiter sitzt in der Schiffbauhalle der MV Werften, in der momentan das Kreuzfahrtschiff „Global Dream“ gebaut wird. Der Fortbestand der MV Werften ist akut gefährdet, die Löhne der Mitarbeiter konnten nicht planmäßig gezahlt werden.

Schwerin/Berlin. Schocknachricht für viele Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern. Der größte Schiffsbauer des Landes, MV Werften, wird die am Freitag fälligen Löhne nicht auszahlen. Darüber informierte Werften-Chef Carsten Haake die Belegschaft.

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Wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtet, soll das Unternehmen die Löhne in Höhe von 7 bis 8 Millionen Euro nicht auszahlen, obwohl es über 30 Millionen Euro verfüge. Hintergrund seien die „aktuellen Rahmenbedingungen“, so Haake, der die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf die kommende Woche vertröstete, in der ein Spitzentreffen der Politik geplant sei.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern verhandelt derweil bereits seit Monaten mit MV Werfen und dem Mutterkonzern Genting, der selbst tief in der Krise steckt, über einen möglichen Rettungsplan. Nach Informationen der „Ostsee-Zeitung“ will das Land 600 Millionen Euro zur Rettung beitragen, wenn Genting selbst mit 60 Millionen einsteigt. „Es liegt nun an den Eigentümern, ihren Beitrag zur Rettung der MV Werften zu leisten. Diesen Beitrag bleiben die Eigentümer aktuell leider schuldig“, sagte die maritime Koordinatorin der Bundesregierung, Claudia Müller.

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„Das ist eine Scheißnachricht“

Gleichzeitig verschärft Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) den Ton gegenüber dem Mutterkonzern Genting. „Dass die Löhne nicht ausgezahlt werden, ist inakzeptabel. Bund und Land stehen bereit, zu helfen, aber auch der Eigentümer muss einen substanziellen Beitrag leisten“, so Schwesig.

Vertreter der Belegschaft reagierten derweil entsetzt auf die Nichtauszahlung der Löhne. „Das ist eine Scheißnachricht. Vertrösten auf Montag hilft den Leuten auch nicht. Wenn sich Politik und Genting nicht einigen, fehlt mir die Fantasie, wie es weitergehen kann“, sagte Stefan Schad von der IG Metall.

RND/ag

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