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Industrie- und Handelskammer Hannover

Streit um den Chefposten: Bei der IHK rumort es

Die IHK Hannover wird mit harter Kritik von Mitgliedern konfrontiert.

Die IHK Hannover wird mit harter Kritik von Mitgliedern konfrontiert.

Hannover.Vor der Ernennung eines neuen Chefs für die IHK Hannover gibt es Unmut bei Mitgliedern der Industrie- und Handelskammer. Die für die Vollversammlung am kommenden Montag vorgesehene Wahl eines Hauptgeschäftsführers wird deshalb vertagt. Der Grund ist die von dem Autohändler Karl-Heinz Kahle und anderen Mitgliedern geäußerte Kritik am Auswahlverfahren. „Das Präsidium nimmt diese Bedenken ernst, teilt sie aber nicht“, heißt es in einem von Kammerpräsident Christian Hinsch und dem bisherigen Hauptgeschäftsführer Horst Schrage unterzeichneten Brief an die 80 Mitglieder der Vollversammlung, der der HAZ vorliegt.

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Die IHK, der mehr als 146 000 Unternehmen angeschlossen sind, braucht einen Nachfolger für Schrage, der in den Ruhestand geht. Dazu hat sie eine Findungskommission eingesetzt, die wiederum einen externen Berater eingeschaltet hat. Ein auf diese Weise gefundener Kandidat sollte am Montag präsentiert und gewählt werden.

Kommentar zum Streit: Nach Gutsherrenart

Bei der Neubesetzung des Hauptgeschäftsführerpostens sind die Verantwortlichen der IHK bei Kammermitgliedern auf Widerstand gestoßen. Bei der Einrichtung ist mehr Transparenz notwendig, meint unser Kommentator.

„Das Auswahlverfahren ist intransparent und damit rechtswidrig“, meint Kahle, der Mitglied der Vollversammlung ist. Name und Qualifikation des Kandidaten seien den Mitgliedern bisher nicht bekannt. Außerdem fehlten Informationen über Bewerber, die nicht zum Zuge gekommen sind.

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„Wir sollten bloß noch etwas abnicken“, sagt Kahle, der kein Hehl daraus macht, dass er Christian Bebek – bisher einer von zwei Stellvertretern Schrages – für einen geeigneten Nachfolger hält. „Da bin ich nicht der Einzige“, betonte der Autohändler, der auch die Zusammensetzung der Findungskommission bemängelt. Der Mittelstand sei in ihr nicht vertreten gewesen.

„Wir möchten volle Transparenz schaffen“, schreiben Hinsch und Schrage. Der eingeschaltete Berater der Firma Kienbaum werde deshalb für Fragen zur Verfügung stehen. In einer der nächsten Vollversammlungen wolle man einen Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise machen.

Die Bestellung des Hauptgeschäftsführers ist nicht der einzige Streitpunkt bei der IHK. Kahle hatte in einem Brandbrief auch andere Dinge angeprangert. Dazu zählte er unter anderem Intransparenz sowohl bei den Salären der Manager an der Kammerspitze – Schrage soll angeblich 400 000 Euro im Jahr verdienen und 240 000 Euro Pensionsanspruch haben – als auch beim anstehenden Bauvorhaben. Die Kammer muss entscheiden, ob sie ihr Domizil saniert oder ein neues errichten lässt. Vor der Vollversammlung werde die IHK zu allen diesen Themen „keinerlei Kommentar abgeben“, sagte ein Kammersprecher.

Unterdessen warnen Kammermitglieder vor „Hamburger Verhältnissen“. Dort hatten vor zwei Jahren sogenannte Kammerrebellen gegen die Spitze geputscht und bei den Wahlen zum Plenum die Mehrheit errungen. Zwei Monate später legte der wegen seines Gehaltes umstrittene Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz sein Amt nieder.

Von Bernd Haase

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