„Veganz“: Der Foodtrend erreicht die Börse

Fleischlose Produkte liegen im Trend, beim Grillen auch als vegetarische oder vegane Bratwürste. Laut „Öko-Test“ enthalten diese oftmals Rückstände aus Mineralöl.

Veganz erobert mit veganen Ersatzprodukten wie Bratgrillern nun den Aktienmarkt (Symbolbild).

Als Jan Bredack sein Unternehmen startete, wagte er sich in eine exotische Nische. Der ehemalige Daimler-Manager hatte nach einem frühen Burn-out sein Leben neu sortiert, die gesunde Ernährung entdeckt und 2011 ein Geschäft daraus gemacht. Zehn Jahre später ist veganes Essen Alltag und die Berliner Veganz Group AG auf dem Weg an die Börse. Die Zeichnungsfrist für die Aktien geht an diesem Mittwoch zu Ende, in einer Woche sollen sie erstmals in Frankfurt notiert werden.

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Fleisch- und Käsealternativen bis zu Fischersatz

„Wir sehen ein positives Momentum für rein pflanzliche Lebensmittel“, sagt Bredack. Veganz hat es mit seinen mehr als 100 Produkten schon in die Regale von Edeka und Rewe, Aldi und Lidl, dm und Rossmann geschafft. Das Angebot reicht von Fertiggerichten über Fleisch- und Käsealternativen bis zu Fischersatz und Keksen. Verkauft wird auch über Onlineplattformen wie Amazon.

Es ist allerdings ein Erfolg im zweiten Anlauf. Beim Start schwebte Bredack noch eine Supermarktkette für vegane Produkte vor. Die kam jedoch nie über zehn Filialen hinaus und war Anfang 2017 pleite. Geblieben sind drei Filialen in Berlin und ein neues Kerngeschäft: Veganz konzentriert sich jetzt auf Entwicklung und Vermarktung der eigenen Produkte. Sie werden bisher vorwiegend von Auftragsproduzenten hergestellt, die nach Veganz-Rezepten und Verpackungsvorgaben arbeiten.

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Das Geld aus dem Börsengang soll nun neben der Internationalisierung vor allem den Ausbau der eigenen Produktion finanzieren. Bisher gibt es nur eine kleine Fertigung von Käsealternativen in Berlin. Geplant ist eine Produktion im brandenburgischen Werder für rein pflanzliche Fischalternativen. In den nächsten Jahren soll der Anteil der Eigenproduktion auf rund ein Drittel steigen.

Der Markt wächst rapide, und in den USA hat Beyond Meat gezeigt, dass darin auch eine Anlegerstory steckt. Als der Hersteller veganer Burger im Frühjahr 2019 an die Börse ging, brach ein regelrechter Hype los. Innerhalb weniger Monate vervierfachte sich zunächst der Kurs. Vorübergehend war das Unternehmen mit einigen Hundert Millionen Dollar Umsatz und anhaltenden Verlusten so viel wert wie ein Dax-Konzern.

Dabei allerdings blieb es nicht, Beyond Meat wurde für die Anleger zur Nervenprobe. In den vergangenen zweieinhalb Jahren schwankte der Kurs wild zwischen rund 60 und 240 Dollar. Im Moment bewegt er sich mit knapp 100 Dollar eher im unteren Bereich der Spanne. Nach enttäuschenden Zahlen verlor die Aktie seit Ende Juni ein Drittel an Wert. Auch damit liegt der Kurs allerdings noch weit über dem einstigen Ausgabepreis und die Marktkapitalisierung bei mehreren Milliarden Dollar.

Veganz macht noch Verluste

Von dieser Liga ist Veganz noch ein gutes Stück entfernt. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei rund 27 Millionen Euro, und das Ergebnis war tiefrot: Fast 5 Millionen Euro Verlust standen unter dem Strich. Erst im Juli gaben mehrere Investoren in einer Finanzierungsrunde frisches Kapital, darunter der Fonds Paladin One von Marcel Maschmeyer, Sohn des „Höhle der Löwen“-Investors Carsten Maschmeyer.

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Die Preisspanne für die Aktien wurde recht breit auf 85 bis 110 Euro festgesetzt, das entspricht einem Unternehmenswert von maximal rund 135 Millionen Euro. Bis zu 42 Millionen Euro können so in die Firmenkasse kommen, weitere knapp 20 Millionen Euro gehen an Altaktionäre. Bredack bleibt allerdings im Geschäft und hat sich verpflichtet, drei Jahre lang keine Aktien zu verkaufen.

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