Gegenmaßnahmen angedroht

Neuer Mechanismus angekündigt: Russland will Ölpreisdeckel des Westens nicht hinnehmen

Tanks von Transneft, einem staatlichen russischen Unternehmen, das die Erdöl-Pipelines des Landes betreibt, im Ölterminal von Ust‑Luga.

Tanks von Transneft, einem staatlichen russischen Unternehmen, das die Erdöl-Pipelines des Landes betreibt, im Ölterminal von Ust‑Luga.

Moskau. Russland will die Preisobergrenze des Westens auf sein Öl von 60 Dollar je Barrel nicht hinnehmen und hat mit Gegen­maßnahmen gedroht. Russland sehe das Instrument als nicht marktwirtschaftlich an und werde einen Mechanismus entwickeln, um die Anwendung der Obergrenze zu verbieten, sagte der russische Vize­regierungs­chef Alexander Nowak am Sonntag im Moskauer Staatsfernsehen.

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Details nannte er nicht. Allerdings sagte Nowak, dass die Energie­großmacht bereit sei, ihre Erdöl­förderung zurückzufahren, wenn die Länder diese Obergrenze anwenden wollten.

G7 beschließen Preisdeckel für russisches Öl

60 Dollar pro Fass: Die G7-Staaten und Australien haben sich auf einen Preisdeckel für russisches Öl geeinigt.

G7, EU-Staaten und Australien: Ölpreis auf 60 US‑Dollar deckeln

Der Ölmarkt sei heute wieder in einem besseren Zustand als vor zwei Monaten, meinte Nowak. Trotzdem blieben Unwägbarkeiten wegen der hohen Inflation und etwa auch wegen der Coronavirus-Ausbrüche in China.

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Die Gruppe der sieben führenden Industrienationen G7, Australien und die EU-Staaten hatten sich zuvor auf die Höhe eines Preisdeckels für russisches Öl geeinigt. Sie wollen Russland gemeinsam mit internationalen Partnern dazu zwingen, Erdöl von diesem Montag an für zunächst höchstens 60 US‑Dollar (etwa 57 Euro) pro Barrel (159 Liter) an Abnehmer in anderen Staaten zu verkaufen. Die Ukraine hält das für zu hoch und schlägt 30 US‑Dollar als Grenze vor, damit Russlands Wirtschaft nach Angaben aus Kiew schneller zerstört wird.

Zwei Milliarden Dollar weniger Einnahmen für Russland

Mit dem Preisdeckel soll ein plötzlicher Totalausfall von Öllieferungen Russlands, des zweitgrößten Ölexporteurs der Welt, vermieden werden. Angestoßen wurde er von der amerikanischen Finanz­ministerin Janet Yellen in der Gruppe der sieben wichtigsten Industrieländer (G7). EU‑Kommissions­präsidentin Ursula von der Leyen sagte: „Die EU‑Vereinbarung über einen Ölpreisdeckel, koordiniert mit der G7 und anderen, wird Russlands Einkünfte erheblich reduzieren.“ Kallas sagte, jeder Dollar weniger verringere die russische Kriegskasse um 2 Milliarden Dollar. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby, sagte, die 60‑Dollar-Grenze sei angemessen.

Putin hatte bereits erklärt, er werde keine Preisgrenze akzeptieren und Vergeltung gegen Länder üben, die darauf bestünden. Russland hat bereits einen Teil seiner Ölexporte – rund fünf Millionen Barrel täglich – nach Indien, China und in andere asiatische Länder umgeleitet.

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+++Alle Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im Liveblog+++

Der Preis für die Sorte Brent lag am Freitag bei 87 Dollar pro Barrel, für russisches Öl aber unter 60 Dollar. Der Chefökonom des Washingtoner Internationalen Finanzinstituts, Robin Brooks, sagte, die Preisgrenze hätte im Sommer gesetzt werden sollen, als der Ölpreis bei 120 Dollar lag. „Seitdem sind die Ölpreis offensichtlich gefallen und globale Rezession ist das wirkliche Ding. Realität ist, dass sie angesichts dessen, wo die Ölpreise jetzt sind, wahrscheinlich nicht bindend sein wird.“

RND/dpa/AP

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