Aktiensplit an der Börse

Aktie statt 900 nur noch 300 Euro wert: Und plötzlich sieht Tesla ganz billig aus

Tesla Y Modelle produziert in der neuen Giga Factory stehen an der Baustelle der Gigafactory in Gruenheide.

Nicht nur die Anzahl von Tesla-Autos steigt immer weiter an, sondern auch der Aktienpreis. Jetzt machte das Unternehmen einen Aktiensplit.

Wer als Tesla-Aktionär nicht aufgepasst hat, erlebt erst einmal einen Höllen­schreck: Um zwei Drittel ist der Preis für eine Aktie des Autoherstellers über Nacht abgestürzt – scheinbar. Wer am Mittwoch mit knapp 900 Dollar schlafen ging, wachte am Donnerstag mit gut 300 Dollar auf.

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Ein Grund zur Sorge ist das allerdings nicht, im Gegenteil: Der sogenannte Aktiensplit soll das Papier attraktiver machen und so den Wert steigern.

Am Unternehmenswert ändert sich nichts

Am Wert des ganzen Unternehmens ändert sich dadurch erst einmal nichts, er verteilt sich nur auf mehr Aktien. Wer bisher eine Tesla-Aktie besaß, hat nun automatisch drei im Depot – dafür hat jede nur noch ein Drittel des bisherigen Werts. Am ersten Tag hat das jedenfalls nicht geschadet: Vergleichbar gerechnet ging die Aktie am Donnerstag mit einem Gewinn in den Handel.

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Tesla greift nicht als einziges Unternehmen zu diesem Mittel und auch nicht zum ersten Mal. Im Juni hatte Amazon sein Kapital neu aufgeteilt, der Google-Konzern Alphabet folgte Mitte Juli, und vor zwei Jahren splittete Apple seine Aktien – bereits zum fünften Mal in der Unternehmensgeschichte. Auch Tesla hatte schon einmal den massiven Kursanstieg im Sommer 2020 genutzt, um seine Aktie optisch ein bisschen billiger zu machen. Wäre das nicht passiert, würde sie heute rund 4500 Dollar kosten.

Für Investmentfonds wäre das kein Problem, und es gäbe sicher auch eine Menge wohlhabende Tesla-Fans, die sich nicht an solchen Preisen stören würden. Aber mancher Kleinanleger, der auch ein Stückchen Tesla haben will, müsste seine letzten Cents für drei oder vier Aktien zusammenkratzen – ein enormes Klumpenrisiko im kleinen Depot. Vor allem in den USA, wo Aktien eine viel größere Rolle in der Altersvorsorge spielen, wäre damit eine wichtige Investorengruppe aus dem Spiel.

Der 33-jährige Oliver Noelting sitzt im hannoverschen Stadtwald Eilenriede auf einem Baumstamm.

Rente vor 50: Wie sich ein 33‑Jähriger durch eisernes Sparen seinen Lebenstraum erfüllen will

Für Oliver Noelting aus Hannover ist Sparen das Lebensmotto. Als sogenannter Frugalist lebt er genügsam und versucht, Dinge möglichst selbst herzustellen und zu reparieren. Sein Ziel: möglichst viel Einkommen zurückzulegen, um früh in Rente zu gehen.

So haben in den vergangenen Jahren vor allem die großen Techkonzerne ihre Aktien gesplittet. Ihre Kurse waren so stark gestiegen, dass der Preis immer wieder ins Vierstellige rutschte. Und sie sind so bekannt, dass sich auch Anleger und Anlegerinnen mit kleinem Budget für sie interessieren. In Deutschland mit seinen vielen traditionsreichen Industrie­konzernen an der Börse kommen Splits dagegen seltener vor.

Aus einer Apple-Aktie wurden 224

Apple ist das Paradebeispiel: Hätte es keine Splits gegeben, würde eine Apple-Aktie heute knapp 38.000 Dollar kosten. Fünfmal hat das Unternehmen sein Kapital neu aufgeteilt. In den Jahren 1987, 2000 und 2005 bekamen die Aktionäre jeweils zwei neue Papiere für ein altes, 2014 gab es sogar sieben neue für eine alte Aktie und 2020 dann vier neue für eine alte. Wer in den Achtzigern eine Aktie kaufte, besitzt heute 224 Stück für jeweils 169 Dollar.

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Nur einer legt Wert auf die große Zahl: US-Investor Warren Buffett will die A-Aktien seiner Holding Berkshire Hathaway partout nicht aufteilen. Mehr als 440.000 Dollar kostet aktuell ein Anteilsschein, auf dem Rekordhoch im Frühjahr waren es sogar 540.000 Dollar. Damit ist die Eintrittshürde extrem hoch, und genau so will Buffett es auch haben: Er wolle nur Investoren mit langfristigem Interesse anziehen, sagte er einmal, an intensiverem Handel mit seiner Aktie liegt ihm nichts.

Selbst der Investmentstar, der Ende August 92 Jahre alt wird, konnte sich dem Trend allerdings nicht völlig entziehen. Ein Stückchen Berkshire Hathaway kann man auch mit B‑Aktien zum aktuellen Stückpreis von 293 Dollar erwerben. Der Anteil am Kapital ist ebenso viel kleiner wie der Preis: 1500 B‑Aktien entsprechen einer A‑Aktie. Das ist im Grunde ein Split auf Umwegen – aber mit einem Hintersinn: Damit das flüchtige Kleinanlegervolk nicht zu viel durcheinanderbringen kann, hat Buffett die Einfluss­möglichkeit für die „kleinen“ Berkshire-Aktien drastisch reduziert. Um das Stimmrecht einer A‑Aktie zu erreichen, muss man 10.000 B‑Aktien kaufen.

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