Erst die Flucht, jetzt kein Geld

Ukrainisches Geld in Deutschland wertlos – Bargeldabhebungen kaum möglich

Die ukrainische Währung kann in Europa nicht getauscht werden, auch Abhebungen mit ukrainischen Karten sind ein Problem.

Mehr als 100.000 Menschen sollen bislang vor dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine nach Deutschland geflohen sein. Verschiedenen Medienberichten zufolge steht nun ein weiteres Problem vor den Menschen, die in Deutschland ankommen: Ukrainisches Bargeld ist hier beinahe nichts wert. Und die Karten ukrainischer Banken helfen in vielen Fällen auch nicht weiter.

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Die ukrainische Währung Hrywnja wird in Deutschland praktisch kaum mehr getauscht. „Wir haben den Umtausch bereits 2014 eingestellt“, sagt Rüdiger Schmitt, Sprecher der Reisebank AG, gegenüber dem „Tagesspiegel“. Auch bei anderen Banken in ganz Europa sei ein Umtausch nicht möglich, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

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Der Deutschen Bundesbank zufolge sei die ukrainische Währung praktisch nicht mehr „konvertibel“, bestätigte eine Sprecherin. Grund hierfür sei der Kriegszustand: Demnach haben ukrainische Banken einen „kriegswirtschaftlichen Modus“ für die Hrywnja ausgerufen. Ein Handel mit der Währung – und folglich der Umtausch im Ausland – ist damit nicht mehr möglich.

Bargeldabhebung mit Bankkarten nicht möglich

Auch die Karten ukrainischer Banken sind in Deutschland wohl nur in wenigen Fällen nutzbar. Mit internationalen Geldkarten, etwa Kreditkarten, soll hingegen auch in Deutschland die Abhebung von Euro möglich sein.

„Das könnte sich aber stündlich ändern“, sagt Sylvie Ernoult, Sprecherin des Bundesverbandes der deutschen Banken, dem „rbb“. Das Problem sei ebenso mit dem Kriegszustand in der Ukraine zu erklären. Geldabhebungen mit ukrainischen Karten in Deutschland müssen demnach von der jeweiligen ukrainischen Bank autorisiert werden. Wegen fehlendem Personal oder vom Krieg zerstörten Rechenzentren sei das kaum möglich, heißt es weiter.

In Berlin ist demnach eine Überbrückungslösung gefunden worden. Geflüchtete aus der Ukraine, die keinen Zugang zu Geld haben, können sich im Sozialamt des jeweiligen Bezirks als „mittellos“ melden. Daraufhin soll vom Amt Bargeld ausgezahlt werden, bestätigte ein Stadtrat. Die Situation soll inzwischen aber auch vom Bundesfinanzministerium berücksichtigt werden. Man arbeite an einer Lösung heißt es.

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RND/alx

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