Kolumne „Chefinnensache“

Ja, es ist Krise!

Viele Unternehmen sind stark von der Inflation betroffen. Einige, zum Beispiel der Schuhhändler Görtz, haben bereits Insolvenz angemeldet.

Viele Unternehmen sind stark von der Inflation betroffen. Einige, zum Beispiel der Schuhhändler Görtz, haben bereits Insolvenz angemeldet.

Erschrecken Sie im Supermarkt, wenn Sie den Preis für den Wocheneinkauf an der Kasse aufblinken sehen? Dann sind Sie nicht alleine. 83 Prozent der Deutschen machen sich aktuell aufgrund der steigenden Preise Sorgen. Fast die Hälfte der Deutschen (45 Prozent) konsumiert deswegen bereits weniger. Das sorgt in der Wirtschaft für graue Haare und Alarmstimmung. Dass es ernst wird, zeigen Insolvenzanträge wie die des deutschen Schuhhändlers Görtz.

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Unternehmen müssen sich jetzt die Frage nach der richtigen Strategie stellen. Rahmenbedingungen können sie nicht ändern und ein schnelles Abflauen der Preissteigerungen ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Energiekrise wird die Teuerung im Winter eher noch verschärfen. Fast die Hälfte (47 Prozent) der Entscheider aus der Wirtschaft erwartet in ihrer Branche deswegen einen Umsatzeinbruch. Aussitzen ist also keine Option. Für Unternehmen sind drei Dinge entscheidend, um gut durch die kommenden Monate zu kommen.

Erstens, Krisen sind Momente, die nach vorne genutzt werden können. Wenn Verbraucher ihr Konsumverhalten in der Krise anpassen, müssen die Unternehmen ihre Kundinnen und Kunden besser verstehen, um darauf reagieren zu können. Manches verändert sich nur kurzfristig und pendelt sich nach der Krise wieder ein. Andere Verhaltensweisen wandeln sich aber dauerhaft. Nur, wer die echten Veränderungen misst und versteht, kann zur richtigen Zeit neue Kundenbedürfnisse erfüllen.

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Staat muss schnell Rahmenbedingungen festlegen

Zweitens, die Unsicherheit ist derzeit die größte Herausforderung für Unternehmen. Wird es weitere Hilfspakete und Absicherung für Unternehmen geben? Unternehmerinnen und Unternehmer wissen selbst sehr gut, welche Entscheidungen für ihre Firma zu treffen sind, wenn die Rahmenbedingungen bekannt sind. Insbesondere der Staat hat nun die Aufgabe, hier schnell für Klarheit zu sorgen.

ARCHIV - 22.11.2021, Brandenburg, Oberkrämer/Ot Schwante: Ein Bäcker formt am Morgen in der Backstube auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsplatte den Teig für Kürbiskernbrötchen. Gestiegene Kosten setzen Bäckern und Metzgern zu. (zu dpa «Bäckerhandwerk: Produktionskosten um bis zu 30 Prozent gestiegen») Foto: Soeren Stache/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Energiekrise: Bäcker wenden sich mit Existenzsorgen an die Bundesregierung

In ganz Deutschland bangen Bäckereien wegen der steigenden Preise für Energie und Lebensmittel um ihre Existenz. Nun machen sie auf ihre Situation aufmerksam und fordern Unterstützung von der Bundesregierung.

Und drittens: Auch für die Unternehmen selbst heißt es: Klartext sprechen. Durch die Krise kommen sie nur mit den Mitarbeitenden. Auf die Motivation jedes Einzelnen kommt es an. Damit alle an einem Strang ziehen, braucht es auch eine klare Route und Transparenz.

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