Lebensmittelverband sieht einen klaren Trend

Vegane Wurst oder Schnitzel: Fleischalternativen werden immer beliebter

Produkte für Vegetarier bzw. Veganer erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit.

Produkte für Vegetarier und Veganer erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit.

Immer mehr Menschen suchen nach Alternativen zu Wurst und Fleisch. Ein Fünftel der Deutschen isst mittlerweile mindestens einmal pro Woche pflanzliche Ersatzprodukte, wie aus einer aktuellen Umfrage des Good Food Institute Europe hervorgeht.

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25 Prozent der Befragten wollen demnach in Zukunft sogar noch mehr solcher Veggie-Alternativen essen und ihren Konsum erhöhen. Bei tierischen Ersatzprodukten handelt es sich beispielsweise um Wurst aus Soja- oder Erbsenproteinen. Diese Waren erleben einen regelrechten Boom in den Supermarktregalen, die sich immer mehr mit vegetarischen Nuggets, Schnitzeln oder Aufschnitten füllen.

30 Prozent wollen weniger Schweine- und Rindfleisch essen

Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Opinion Way in mehreren Ländern durchgeführt, in Deutschland nahmen rund 1000 Menschen teil. 22 Prozent gaben an, heute mehr pflanzliches Fleisch als noch vor fünf Jahren zu essen. Rund 30 Prozent wollen in Zukunft außerdem weniger Schweine- und Rindfleisch essen, bei Geflügel waren es 20 Prozent. Frauen und jüngere Menschen gaben häufiger an, dass sich ihr Konsum von Veggie-Alternativen erhöht habe.

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Laut dem Institut ist es vor allem das Tierwohl, das Menschen vom Fleisch abrücken lässt. Auf die Frage, warum sie auf Schweinefleisch verzichten oder den Konsum reduzieren, gaben 41 Prozent an, dass sie damit Tierleid vermeiden wollen. 28 Prozent nannten ökologische, 24 Prozent gesundheitliche Gründe.

Vegane Weißwurst auf dem Oktoberfest

Das Angebot an fleischlosen Alternativen wird stetig erweitert – eine Entwicklung, die auch der Lebensmittelverband sieht. „Der Trend zu pflanzenbasierten Ersatzprodukten wächst weiter“, sagt eine Sprecherin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Es gebe immer mehr Hersteller, die Fleischalternativen produzieren. „Dadurch wird das Angebot auch vielfältiger und breiter“, sagt sie. Ein Beispiel: In diesem Jahr sei erstmals vegane Weißwurst auf dem Oktoberfest angeboten worden.

Der Lebensmittelverband bezieht sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamts: Demnach produzierten hiesige Unternehmen im vergangenen Jahr 17 Prozent mehr Fleischersatzprodukte als noch 2020, im Vergleich zu 2019 waren es sogar rund 62 Prozent mehr. Prominentes Beispiel für diese Entwicklung ist die Rügenwalder Mühle, die im vergangenen Jahr erstmals mehr vegane und vegetarische Produkte verkaufte als ihre klassischen Fleisch- und Wurstwaren.

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Darf die Wurst eigentlich „Wurst“ heißen?

Allerdings gibt es auch immer wieder Kritik daran, ob die vegetarische Wurst eigentlich „Wurst“ heißen darf. Laut dem Lebensmittelverband dürfen generelle Bezeichnungen wie „Schnitzel“ oder „Streichwurst“ verwendet werden – spezifische Namen wie „Lyoner“ oder „Schinken“ allerdings nicht. Dann müssen Hersteller eher vom „Typ Lyoner“ sprechen.

Somalias Sondergesandter zur Bekämpfung der Dürre Abdirahman Abdishakur versucht in Berlin auf die Hungersnot in Somalia aufmerksam zu machen. Somalia braucht dringen Unterstützung, um eine Hungersnot abzuwenden.

„Menschen sind vor meinen Augen gestorben“: Sondergesandter Somalias warnt vor Dürre und Hungersnot mit Hunderttausenden Toten

Somalia erlebt eine historische Dürre. Der Sondergesandte Somalias, Abdirahman Abdishakur, warnt vor einer Hungersnot mit Hunderttausenden Toten und einer Million Flüchtenden. Er fordert die deutsche Regierung auf, zu handeln – immerhin trage Deutschland eine Mitverantwortung für die Krise.

Seit einigen Jahren ist noch ein anderes Produkt im Gespräch: kultiviertes Fleisch. Dabei handelt es sich um Fleisch, das im Bioreaktor gezüchtet wird. Dazu braucht es tierische Zellen – sodass es streng genommen nicht vegetarisch oder vegan wäre. Allerdings bräuchte es deutlich weniger Tiere und Ressourcen, um es herzustellen. Laut dem Good Food Institute – eine Nichtregierungsorganisation, die pflanzliches und kultiviertes Fleisch voranbringen will – haben 69 Prozent der befragten Deutschen schon einmal davon gehört. 57 Prozent würden demnach kultiviertes Fleisch kaufen, wenn es hierzulande erhältlich wäre. Überraschend dabei: Hier waren es eher die Männer, die sich interessiert zeigten – und die jüngeren Menschen.

Kultiviertes Fleisch in Deutschland noch nicht zugelassen

Das Verfahren ist in Deutschland und vielen anderen Teilen der Welt allerdings noch nicht zugelassen. Auch ist nicht klar, ob man von „Fleisch“ reden dürfte – und wie Verbraucherinnen und Verbraucher es annehmen würden, steht laut dem Lebensmittelverband noch auf einem ganz anderen Blatt. „Hier sind also noch viele Fragen offen, mit denen man sich aber angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und der Frage, wie die Proteinversorgung auch in Zukunft sichergestellt werden kann, beschäftigen muss“, so der Verband.

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