Kommentar

Wasserstoff und LNG-Terminals: keine falschen Hoffnungen bitte

So sieht die Gasversorgung der Zukunft aus – die dem Klima wohl nicht wirklich hilft.

So sieht die Gasversorgung der Zukunft aus – die dem Klima wohl nicht wirklich hilft.

Der russische Angriff auf die Ukraine hat Wasserstoff und Ammoniak endgültig vom Energie- zum Hoffnungsträger gemacht: Selbst wenn nun Milliarden in den Aufbau einer fossilen LNG-Infrastruktur fließen, könnte man diese ja bald für klimaneutral erzeugbare Brennstoffe nutzen. So geloben es seit Monaten der Bundeskanzler, Ministerpräsidenten und das Wirtschaftsministerium.

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Doch so wasserstoff­kompatibel werden die LNG-Terminals nicht zwangsweise, zeigt nun eine Fraunhofer-Studie: Weder sind Wasserstoff und Ammoniak leicht zu handhaben, noch ist klar, woher die hoffentlich grünen Gase kommen und wo sie verbraucht werden sollen. Bei anderen klimaneutralen Energieträgern sieht es kaum besser aus, zumal bei ihnen die Kosten oft noch höher sind.

Bekannt war das schon vor dem 24. Februar dieses Jahres, doch das Ausbleiben russischen Erdgases macht die offenen Fragen noch drängender. Die stellen sich nicht nur bei LNG-Terminals. Die einst beerdigte und nun aufgeflammte Diskussion über Atomkraft zeugt ebenso wie der hektische Wärmepumpenplan davon, dass der gaslastige Transformationspfad in Richtung Klimaneutralität abgerissen ist.

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Das wird alles sehr teuer

Die frohe Botschaft ist indes, dass die Fachleute beim Fraunhofer-Institut einer Infrastruktur für Wasserstoff und Ammoniak keine grundsätzliche Absage erteilen, ja sogar Chancen besonders für die Umgebung der Terminals sehen. Es ist, wie so oft, eine Frage des Geldes, das in die Hand genommen werden muss – bei den Terminals wie auch beim Rest der Energiewende.

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Echte Hoffnung würden deshalb nicht unhaltbare Wasserstoff­versprechen machen, sondern ein gründlich überarbeiteter Plan für die Energiewende. Aber vor allem braucht es konkrete Zusagen, das dank Wladimir Putin teurer gewordene Vorhaben auch zu finanzieren. Dem von Fridays for Future geforderten 100 Milliarden Euro teuren Sondervermögen hat das Finanzministerium leider gerade eine Absage erteilt.

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