Kommentar

Die Verantwortung der Sponsoren für das WM-Desaster

WM-Werbung in Doha: skandalöse Vergabe.

WM-Werbung in Doha: skandalöse Vergabe.

Berlin. „Geld schießt keine Tore.“ Mit diesem Satz hatte Bayern-Trainer Otto Rehagel 1995 einen Wechsel des Stürmers Ciriaco Sforza nach Italien abgelehnt – trotz millionenschwerer Ablöse.

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Heute wird das Bonmot bei Niederlagen großer Mannschaften bemüht. Die Freude an der Unberechenbarkeit des Fußballs schwingt da mit, und der Protest gegen die gnadenlose Monetarisierung des Sports.

In der gläsernen Fifa-Zentrale hat man den Unmut nie verstanden, womöglich auch nicht geglaubt. Die Fans kamen ja doch jedes Mal in Scharen gelaufen, wenn eine Fußball-WM lockte. Das gewaltige Interesse der Zuschauerinnen und Zuschauer wiederum motivierte Fernsehanstalten und Sponsoren, Milliarden in die Turniere zu pumpen. Betrachtet man es nur durch die betriebswirtschaftliche Brille, war die Fifa-WM eines der wertvollsten Produkte der Welt.

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Die Gier der Fifa-Herren hat das Produkt WM kaputt gemacht

Doch die Herren vom Zürichberg haben es in ihrer Gier schwer beschädigt, womöglich sogar kaputt gemacht. Angesichts der ewigen Korruptionsvorwürfe, der skandalösen Turniervergaben an Russland und Katar sowie der unerträglichen Gleichgültigkeit in Menschenrechts- und Umweltfragen wenden sich immer mehr Fans mit Grausen ab. Das Unbehagen in den westlichen Gesellschaften ist derart groß, dass auch die Sponsoren inzwischen merken, dass ihnen ihr Engagement mehr schadet als nützt.

Vor WM in Katar: Sportevent umstritten wie nie zuvor

Über die WM in Katar wird in Deutschland gestritten wie selten über ein Sportgroßereignis. Um den richtigen Umgang ringt auch die Bundesregierung.

Gut so! Auch Großkonzerne haben eine gesellschaftliche Verantwortung – und außerdem ethische Standards, die ein Sponsoring der Fifa eigentlich unmöglich machen sollten.

Die Unternehmen müssen Druck auf den Weltfußballverband ausüben – und sich bei anhaltender Reformunfähigkeit im Zweifel ganz zurückziehen.

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Für sportliche Argumente mag die Fifa blind und taub sein, ökonomische jedoch versteht sie. Ob Geld Tore schießt oder nicht, ist ihr egal – solange es nur in rauen Mengen da ist. Das zu ändern ist nicht zuletzt die Verantwortung der Sponsoren.

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