Population auf 40.000 Tiere geschätzt

Australiens Buckelwale: eine Erfolgsgeschichte für den Artenschutz

Die Buckelwalpopulation in Australien erholt sich.

In den 1960er-Jahren sollen nur noch wenige hundert Buckelwale die anstrengende Reise vom Kontinent aus Eis bis in den Norden Ostaustraliens angetreten haben. Der Mensch hatte die sanften Riesen fast ausgerottet.

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Doch 60 Jahre später sind die Buckelwale eine der Erfolgsgeschichten für den Artenschutz: Ihre Population ist auf geschätzte 40.000 angeschwollen. In diesem Jahr melden Umweltschützerinnen und ‑schützer sowie Forschende sogar, dass die Walbeobachtungssaison früher als bisher begonnen hat – ein weiteres gutes Zeichen dafür, dass sich die Buckelwalpopulation erholt. Wally Franklin, Direktor des Oceania Project, ein Langzeitforschungsprojekt über Wale, schrieb auf Twitter, dass ein erster Wal bereits Anfang Mai in Hervey Bay gesichtet wurde – einem Ort in Queensland, vor dessen Küste die Wale im wärmeren Wasser ihre Jungen zur Welt bringen.

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Wunderbare Erfolgsgeschichte

Mike Noad, ein Walexperte der Universität von Queensland, bestätigte dem „Guardian“, dass die frühen Sichtungen ein Zeichen für den Boom der ostaustralischen Buckelwalpopulation seien. Bisher seien die Tiere eigentlich erst Ende Juni und bis in den Juli hinein gesichtet worden. „Das ist eine wunderbare Erfolgsgeschichte“, sagte Noad. Er verwies darauf, dass die Tiere vor wenigen Jahrzehnten fast ausgerottet worden wären. In den 1960ern sei nur noch etwa 1 Prozent der ursprünglichen Bevölkerung am Leben gewesen, 99 Prozent seien ausgelöscht worden.

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Verantwortlich dafür war die kommerzielle Walfangindustrie gewesen: Mehr als 30.000 Buckelwale wurden in Australien und Neuseeland von Walfängern getötet, bevor dem lokalen Walfang 1963 ein Ende gesetzt wurde. 1965 erhielten die Tiere dann internationalen Schutz. Die letzte kommerzielle Walfangstation in Australien, die Cheynes Beach Whaling Company in Westaustralien, wurde 1978 geschlossen. 1979 verabschiedete Australien dann eine Antiwalfangpolitik.

Seit Februar von Liste bedrohter Arten gestrichen

Seitdem erholen sich die Tiere wieder: Inzwischen gibt es wieder zwei Buckelwalpopulationen in australischen Gewässern. Vor allem die Population an der Ostküste entwickelt sich gut und nimmt pro Jahr um etwa 11 Prozent zu. „Alles, was wir tun mussten, war aufzuhören, sie zu töten“, meinte der Forscher Noad. „Wir haben nicht viel anderes getan, als sie in Ruhe zu lassen und sie haben sich selbst auf wirklich gesunde Weise erholt.“ Bereits im Februar hatte die australische Regierung gemeldet, dass die Tiere von Australiens Liste bedrohter Arten gestrichen werden können.

Buckelwale sind in Australien gern gesehene Gäste. Normalerweise fressen sich die Säuger in der Antarktis satt und verzichten auf dem Weg nach Australien dann aufs Futter. Die Tiere können monatelang ohne Nahrung auskommen und leben – während sie sich fortpflanzen – rein von ihren Energiereserven. Von August bis November, wenn die Buckelwale dann aber wieder südwärts in Richtung Antarktis ziehen, bekommen sie auch wieder Appetit.

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Einige Risiken bleiben trotzdem

Umweltschützende warnen allerdings davor, dass die Zahl der Tiere auch wieder abnehmen könnte, sollten die Ozeane durch den Klimawandel stetig wärmer werden. Die globale Erwärmung könnte vor allem erhebliche Auswirkungen auf die Krillpopulationen in der Antarktis haben. Krill ist neben kleinen Fischen eine wichtige Futterquelle für die Buckelwale. Ein Bericht, den die Umweltschutzorganisation WWF Mitte Februar veröffentlichte, warnt zudem davor, dass die Migrationsrouten von Walen und anderen Meeresarten weltweit stark gefährdet sind.

Auch Australien ist davon betroffen: So nimmt die Industrialisierung in Ost- wie auch in Westaustralien zu. Eine ständig wachsende Schiffsflotte in Brutgebieten der Tiere und entlang ihrer Migrationsrouten erhöht das Risiko für die Tiere. Nicht nur könnten die Säuger mit Schiffen zusammenstoßen – auch der Schiffslärm unter Wasser könnte sie beinträchtigen. An Australiens Küsten besteht zudem die Gefahr, dass die Tiere sich in Fischfang- und Hainetzen verfangen. Erst im August machte ein Wal weltweite Schlagzeilen, der sich vor der Küste des australischen Bundesstaates Queensland in einem Hainetz verheddert hatte. Nach einer nervenaufreibenden Rettungsaktion konnte das Tier wieder befreit werden.

Die Tierschützer des WWF weisen zudem darauf hin, dass China und Norwegen seit 2017 in der Ostantarktis Krill zu Forschungszwecken fischen – und zwar in Gebieten, in denen auch die Buckelwale auf Nahrungssuche sind. Durch die Aktivitäten der Länder würde sich „das Risiko von Beifang“ erhöhen, schreiben die Umweltschützerinnen und ‑schützer. Zudem entstehe Konkurrenz um deren natürliche Nahrungsquelle.

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