Erzwungene Migration ist eine Folge

Forschende warnen: 2050 leben schon drei Milliarden Menschen in Klimahotspots

Eine Frau geht zwischen trockenen Feldern im bayerischen Waldbrunn. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler warnen eindringlich vor den unumkehrbaren Folgen einer weiteren globalen Erwärmung.

Eine Frau geht zwischen trockenen Feldern im bayerischen Waldbrunn. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler warnen eindringlich vor den unumkehrbaren Folgen einer weiteren globalen Erwärmung.

Scharm el Scheich. In gut 25 Jahren leben wahrscheinlich bereits drei Milliarden Menschen in Weltregionen, die als verletzliche Hotspots der Erderhitzung eingestuft sind.

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Dies wären etwa doppelt so viele wie jetzt schon, berichteten Wissenschaftler am Donnerstag auf der Weltklimakonferenz in Ägypten. Die Regionen liegen überwiegend in Mittelamerika, im Nahen Osten, Teilen Asiens sowie in Zentralafrika, Ostafrika und der Sahelregion.

Erste Analyse zur Weltklimakonferenz: Deutschland mit schwerem Gepäck in Ägyten

Werden es mehr als nur leere Worte sein? RND-Redakteur Maximilian Arnhold sieht die Klimaversprechen des Bundeskanzlers auf der COP27 zwiegespalten.

In den verletzlichsten Staaten liege die Sterblichkeit etwa 15‑mal höher als in den am wenigsten von der Erderhitzung betroffenen Regionen – etwa wegen häufigerer Über­schwemmungen, Dürren und Stürmen, hieß es.

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Die Erderhitzung treibt immer mehr Menschen in die Flucht

Dies alles führe auch zu mehr erzwungener Migration, Millionen Menschen würden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wegen der Erderhitzung aus ihrer Heimat vertrieben. An dem Bericht „Zehn neue Einsichten der Klima­wissenschaft 2022“ haben Dutzende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mitgewirkt, unter anderem vom Potsdam-Institut für Klima­folgen­forschung.

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UN-Klimachef Simon Stiell nannte die Ergebnisse „alarmierend“. Anpassung an die Klimakrise sei dem Menschen möglich, aber nicht unbegrenzt. Eine ehrgeizige Senkung der Treibhausgas-Emissionen, die den Planeten aufheizen, sei daher weiter dringend nötig. Wegen nicht mehr abwendbarer Katastrophen infolge der zunehmenden Wetterextreme sei aber auch Schadensersatz angezeigt, im UN‑Jargon „loss and damage“ genannt (Verluste und Schäden). „Dafür ist nun die Zeit gekommen“, sagte er.

Der Direktor des Potsdam-Instituts, Johan Rockström, sprach von einer „Frustration“ unter Forschenden angesichts des schleppenden Kampfs gegen die Klimakrise. Eine engere Vernetzung mit der Politik sei nötig. Die Markt­wirtschaft an sich sehe er aber nicht als grundsätzliches Hindernis. Nötig sei aber, die Schäden der Treib­haus­gase einzupreisen, also vor allem Kohlendioxid und Methan. Ein angemessener CO₂‑Preis könne starke Impulse für einen klimafreundlichen Umbau des Wirtschafts­systems setzen.

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RND/dpa

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