Zwei Drittel haben sich erholt

Höchste Korallendichte seit 36 Jahren: Great Barrier Reef trotzt Klimawandel – aber wie lange noch?

Auf diesem von der Great Barrier Reef Marine Park Authority zur Verfügung gestellten Foto schwimmen kleine Fische in den Gewässern des Ribbon Reef 10 in der Nähe von Cairns, Australien. Das Great Barrier Reef vor Australiens Nordostküste war im März 2022 angesichts wärmerer Meerestemperaturen erneut einer ernsthaften Korallenbleiche ausgesetzt.

Zwei Drittel des Great Barrier Reefs in Australien sind so großflächig von Korallen bedeckt wie seit 36 Jahren nicht mehr. Das sind die Ergebnisse eines offiziellen Langzeit-Überwachungsprogramms des Australian Institute of Marine Sciences (AIMS).

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Die Korallenbedeckung in der nördlichen Region des Unesco-Weltkulturerbes stieg von 13 Prozent (2017) auf 36 Prozent, in der zentralen Region gab es innerhalb von drei Jahren einen Anstieg um 21 Prozent auf 33 Prozent – die höchsten Werte, die seit Beginn der Überwachung 1985 gemessen wurden. Nur in der südlichen Region sank die Bedeckung um 4 Prozentpunkte auf 34 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr – laut AIMS-Bericht ein Resultat von Ausbrüchen der Dornenkronen-Seesterne.

Korallenriff ist widerstandsfähiges System

Das Great Barrier Reef hatte in den vergangenen Jahren vermehrt mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen. Im März dieses Jahres kam es zu der sechsten Korallenbleiche seit 1998. Umweltschützerinnen und ‑schützer arbeiten dementsprechend intensiv an Schutzmaßnahmen für das weltgrößte Korallenriff.

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Dass sich Teile des Great Barrier Reefs nun augenscheinlich erholt haben, deuten die Forschenden auch als ein Zeichen für die Resilienz des Riffs. „Was wir sehen, ist, dass das Great Barrier Reef immer noch ein widerstandsfähiges System ist“, sagt Mike Emslie, Leiter des AIMS-Überwachungsprogramms, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Es behält immer noch die Fähigkeit, sich von Störungen zu erholen.“

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Zumal die letzten beiden Korallenbleichen in den Jahren 2020 und 2022 zwar zu einer Bleiche führten, aber nicht zu einem Korallensterben, berichteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Nichtsdestotrotz bleibe die erhöhte Häufigkeit und das Ausmaß der Bleichereignisse besorgniserregend.

Erholung durch Klimawandel akut gefährdet

Die Erholung sei vor allem auf die schnell wachsenden Acropora-Korallen zurückzuführen. Diese seien jedoch die bevorzugte Nahrung von Dornenkronen-Seesternen und auch darüber hinaus recht störungsanfällig, besonders für Wellenschäden, die zum Beispiel durch tropische Wirbelstürme verursacht werden, oder Korallenbleichen. Wie langlebig die Zunahme der Korallen also ist, ist eine Frage der Häufigkeit von Störungsereignissen.

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Diese werden angesichts des Klimawandels stetig zunehmen. Auch weisen die Forschenden in ihrem Bericht darauf hin, dass chronische Stressoren wie steigende Meerestemperaturen oder eine sich ändernde Ozeanchemie die Erholungsrate negativ beeinflussen. Dazu würden die Erholungsintervalle kürzer werden, weil die Störungen nach Klimawandelprognosen in immer kürzeren Abständen auftreten werden. Das Great Barrier Reef hat also zwar grundsätzlich eine hohe Rehabilitationskraft. Diese wird aber durch die Folgen des Klimawandels immer stärker erschwert werden.

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