Grünkohl: Gesund, heimisch und vielseitig

Das Bild zeigt einen Kochlöffel, Hammer, Rührbesen, Pinsel und Lineal.

Basteln, kochen, heimwerken: In der Manufaktur gibt es in regelmäßigen Abständen kreative Do-it-yourself-Tipps aus der Redaktion.

Hannover. Als Kind hat man mich damit jagen können. Wenn meine Eltern im November zu einem traditionellen Grünkohlessen eingeladen waren, blieb ich nur allzu gern freiwillig zu Hause. Grünkohl? Bäh. Dieses bittersaure Zeugs war nichts für meinen feinen Kindergaumen, von den fetten Grützwürsten ganz zu schweigen.

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Grünkohl: Echtes Superfood

Inzwischen habe ich mit Grünkohl meinen Frieden gemacht – zum Glück, könnte man meinen. Schließlich ist Grünkohl, wie man allerorten hört, ein echtes Superfood, noch dazu ein heimisches. Soll heißen: Grünkohl ist megagesund, äußerst nahrhaft und tatsächlich extrem vielseitig, was ich dank meiner Grünkohl-mit-Pinkel-Vergangenheit zunächst kaum für möglich gehalten hätte. Grünkohl liefert enorm viel Vitamin C, Betakarotin und Vitamin K und schmeckt tatsächlich weniger bitter, als man denkt – zumindest wenn er, wie vorgeschrieben, erst nach dem ersten Frost geerntet wird.

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Gemüse-Ökobilanz: Klimafreundliches Wintergemüse

Außerdem hat das grüne Wintergemüse eine deutlich bessere Ökobilanz als viele seiner Superfoodkollegen, die wie Avocados, Chiasamen oder Acaibeeren erst von weit her eingeflogen werden müssen, um unsere Gesundheit auf Vordermann zu bringen. Grünkohl stammt aus der Norddeutschen Tiefebene und lässt sich problemlos zu Pesto, Aufläufen, Eintöpfen oder Salaten verarbeiten. Er passt in Nudelgerichte, in Currys und in die Pfanne wie in die Lasagne. Er wird zu Smoothies püriert, auf Pizzen gelegt oder in Muffins verbacken.

Grünkohl-Tarte mit Eiern und Kümmel

Grünkohl-Tarte mit Eiern in einer Form

Die Grünkohl-Tarte wird mit Kümmel und Piment gewürzt.

Für mich eine echte Offenbarung in Sachen Grünkohl ist jedoch folgende Tarte: Man nehme 350 Gramm gewaschenen Grünkohl, blanchiere ihn eine Minute lang in kochendem Salzwasser und lasse ihn abtropfen. Anschließend eine Tarteform einbuttern und mit Blätterteig aus dem Kühlregal auslegen. Einen Becher saure Sahne, einen Becher Frischkäse und zwei Eier verrühren und eine geschälte Knoblauchzehe hineindrücken. Den Grünkohl unterrühren, mit Salz, Pfeffer, Kümmel und Piment abschmecken und auf den Teig geben. Die Tarte bei 180 Grad Umluft etwa 40 Minuten im Ofen backen. Wer will, kann nach der Hälfte der Zeit noch zwei, drei Eier draufschlagen.

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