Kaffee, Cashews und Avocados: Wie der Klimawandel Anbaugebiete beeinflusst

Cashewbäume, deren Kerne die hier abgebildeten Cashewnüsse sind, gehören nach Angaben der Schweizer Forscher zu Profiteuren des Klimawandels.

Im Zuge des Klimawandels werden sich die Anbaubedingungen für Arabica-Kaffeesträucher sowie für Cashew- und Avocadobäume in vielen Regionen verändern – in manchen Fällen drastisch. Wo sich die Bedingungen verbessern und wo sie sich verschlechtern werden, haben Schweizer Wissenschaftler in Computermodellen weltweit bis zum Jahr 2050 untersucht.

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Geeignete Flächen für Arabica-Kaffee werden demnach bis dahin seltener werden, berichtet die Gruppe von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil (Schweiz ) im Fachjournal „Plos One“. Für Cashewbäume würden mehr Flächen zur Verfügung stehen.

„Kaffee, Cashew und Avocado haben ähnliche ökologische Nischen“, schreiben die Forscher. Für Kaffee sei bereits untersucht worden, wie sich die Anbaubedingungen regional und global im Klimawandel verändern werden. Allerdings seien Veränderungen der Bodenbeschaffenheit dabei bisher nicht berücksichtigt worden.

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Für Cashews und Avocados seien klimabedingte Veränderungen noch nicht im weltweiten Maßstab analysiert worden. Das von den Wissenschaftlern nun eingesetzte Modell hat ein Raster von einem Quadratkilometer. Für jede dieser Flächen untersuchte das Team um Roman Grüter die Eignung für den Anbau aller drei Agrarprodukte.

Zu den Klimakriterien gehören die mittlere Jahrestemperatur, die kälteste durchschnittliche Temperatur im kältesten Monat, die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge und die Länge der Trockenzeit. Die Veränderungen der Werte verfolgten die Forscher in 14 Klimamodellen auf der Basis von drei Szenarien des künftigen Treibhausgasausstoßes: niedrig (RCP 2.6), mittel (RCP 4.5) und hoch (RCP 8.5). RCP steht für Repräsentative Konzentrationspfade. Außerdem berücksichtigten sie Bodenfaktoren, wie Säuregehalt, Körnung, Neigung oder Anteil an groben Fragmenten.

Arabica-Kaffee: Anbauflächen schrumpfen drastisch

Ein Ergebnis: Die Anbauflächen, die am besten für Arabica-Kaffee geeignet sind, gehen bis 2050 weltweit um etwa 54 Prozent (RCP 2.6) bis 60 Prozent (RCP 8.5) zurück. Auch die mittelmäßig taugenden Flächen verringern sich um 30 bis 41 Prozent. Noch schlimmer könnte es einen der größten Produzenten von Arabica-Kaffee treffen: In Brasilien gehen nach dem RCP-8.5-Szenario 97 Prozent der Flächen verloren, die am besten für Arabica-Kaffee geeignet sind. Selbst bei niedrigem Treibhausgasausstoß in den kommenden Jahren (RCP 2.6) wird diese Fläche um 76 Prozent kleiner.

Beim Handelsgut Avocado sieht es weniger dramatisch aus: Weltweit werden die am besten tauglichen landwirtschaftlichen Flächen bis 2050 um 14 bis 41 Prozent zurückgehen. Die Fläche mittelmäßig geeigneter Anbaugebiete wird hingegen um 12 bis 20 Prozent wachsen. Die größten Produzenten von Avocados trifft es sehr unterschiedlich: In der Dominikanischen Republik werden sich die tauglichsten Flächen um 59 bis 85 Prozent verringern. In Mexiko jedoch werden mehr Regionen in den Höhenlagen für den Anbau von Avocadobäumen passend sein: Die Flächen bester Eignung vergrößern sich in den kommenden knapp 30 Jahren um 66 Prozent (RCP 8.5) bis 87 Prozent (RCP 2.6).

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Cashewbäume gehören zu den Gewinnern

Cashewkernproduzenten werden vom Klimawandel profitieren: Die für Cashewbäume am besten geeigneten Flächen wachsen weltweit um 15 Prozent (RCP 8.5) bis 19 Prozent (RCP 4.5). Allerdings kann es für einzelne Länder ganz anders aussehen: Heute gehört der westafrikanische Staat Benin zu den fünf größten Expor­teu­ren von Cashews. Die Flächen größter Eignung werden dort bis 2050 jedoch um 55 Prozent (RCP 2.6) bis 100 Prozent (RCP 8.5) zurückgehen.

„Die Studie hat gezeigt, dass in den meisten großen Anbauregionen aller drei Kulturpflanzen eine Anpassung an den Klimawandel erforderlich sein wird“, schreiben die Forscher. Anpassungsmaßnahmen könnten Kalkdüngung, Bewässerung oder andere standortspezifische Maßnahmen sein, aber auch verstärkte Bemühungen, Sorten zu züchten, die besser an höhere Temperaturen oder Trockenheit angepasst sind.

Im Fall von Kaffee könnten in bestimmten Regionen die empfindlichen Arabica-Kaffeepflanzen durch Robusta-Kaffeepflanzen ersetzt werden, merken die Wissenschaftler an.

RND/dpa/Stefan Parsch

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