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Was wir über den Mars wissen – und was noch nicht

Einmal alle 16 bis 18 Jahre ist der Mars der Erde besonders nah.

Auf keinem anderen Planeten sind so viele Raumsonden gelandet wie auf dem Mars. Seit Jahrtausenden beschäftigt der Rote Planet die Menschheit. Nun bricht die NASA zu einer weiteren Mission dahin auf: Zuletzt startete der Rover „Perseverance“ von Cape Canaveral in Richtung Mars. Aber was macht den Planeten eigentlich aus? Und wieso starten gerade jetzt so viele Mars-Missionen? Ein Überblick.

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Auf dem Mars gibt es Jahreszeiten und Staubstürme

Von der Sonne aus gesehen ist Mars der vierte Planet und der äußere Nachbar der Erde. Er ist im Durchschnitt etwa 70 Millionen Kilometer weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Auf seiner Bahn kommt er der Erde alle 16 Jahre am nächsten – und zwar etwa 56 Millionen Kilometer. Der Mars ist mit einem Durchmesser von 3396 Kilometern etwa halb so groß wie die Erde, gleichzeitig hat er jedoch die höchsten Vulkane unseres Sonnensystems.

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Auf dem Mars gibt es Jahreszeiten und Staubstürme. Es ist meist sehr kalt dort und die Temperaturschwankungen sind extrem: zwischen minus 125 Grad und plus 35 Grad Celsius. Die Atmosphäre des Planeten besteht größtenteils aus Kohlendioxid, der Druck an der Oberfläche beträgt jedoch im Mittel nur sechs Millibar - auf der Erde sind es 1013 Millibar. Experten vermuten, dass der Mars im Laufe der Zeit einen großen Teil seiner Atmosphäre verloren hat.

Sanddünen auf dem Mars, aufgenommen vom Opportunity Rover der Nasa.

Sanddünen auf dem Mars, aufgenommen vom Opportunity Rover der Nasa.

Der Mars hat zwei Monde. Der Ursprung der beiden Marsmonde ist noch nicht eindeutig geklärt, mehrere Entstehungsmodelle werden diskutiert. Der Marsmond Phobos umkreist den Mars in 9400 Kilometer Entfernung in einer Zeit von sieben Stunden und 39 Minuten. Der zweite Marsmond, Deimos, umkreist den Mars in 23.500 Kilometer Entfernung in 30 Stunden und 18 Minuten.

Die wichtigsten Mars-Missionen

Fast 50 Mal sind Raumsonden bisher gestartet, mit dem Ziel, den Mars zu erreichen. Einige von ihnen waren erfolgreich, andere konnten aufgrund von Fehlfunktionen oder aus anderen Gründen den Mars nicht erreichen.

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Mariner 4 der NASA lieferte zum Beispiel 1964 die ersten Nahaufnahmen vom Mars. Der Pathfinder der NASA war der erste Rover, der 1996 erfolgreich auf der Marsoberfläche eingesetzt wurde. Als besonders großer Fortschritt gelten zudem die Rover-Zwillinge Spirit und Opportunity der NASA: Eigentlich sollten sie nur 90 Mars-Tage lang den Planeten erforschen, blieben jedoch deutlich länger im Betrieb. Spirit rollte bis 2010 über den Mars, Opportunity schaffte es sogar bis 2018.

Schatten-Selfie von „Opportunity“: Das Foto zeigt den Rover im Jahr 2004.

Schatten-Selfie von „Opportunity“: Das Foto zeigt den Rover im Jahr 2004.

Oft scheitern Missionen zum Mars jedoch. So ging der Polar Lander der NASA bei der Landung am 3. Dezember 1999 aufgrund eines fehlerhaften Sensors verloren. Der geplante Mars-Orbiter Mariner 8 erreichte wegen Versagens der Atlas-Centaur-Trägerrakete die Erdumlaufbahn 1971 nicht.

Der Zeitpunkt für eine Mars-Reise ist günstig

Momentan sind gleich mehrere Raumsonden auf dem Weg zum Mars:

  • Am 19. Juli starteten die Vereinigten Arabischen Emirate als erste arabische Nation mit dem Orbiter “al-Amal” erfolgreich eine Raumsonde Richtung Mars. Sie soll im Februar 2021 den Mars erreichen und das erste vollständige Bild des Mars-Klimas über ein komplettes Mars-Jahr erfassen.
  • Am 23. Juli schoss China die Raumkapsel “Tianwen-1” ins All. Sie soll innerhalb der nächsten sieben Monate zum Mars gelangen. China will den Planeten mit einer Sonde vom Orbit aus und mit einem Landefahrzeug nach Spuren von Wasser und Leben untersuchen.
  • Als dritte Marsmission in diesem Sommer startet an diesem Donnerstag “Perseverance” ins All.

Grund dafür, dass in wenigen Tagen gleich drei Missionen zum Mars aufgebrochen sind, ist die günstige Lage des Mars zur Erde: In der aktuellen Konstellation ist der Mars knapp 98 Millionen Kilometer von unserer Erde entfernt - das ist weniger als die Hälfte des mittleren Abstands. Ein solch große Annäherung tritt extrem selten auf, weswegen nun sehr viele Raumfahrtorganisationen ihre Sonden auf den Weg bringen. Aktuell stehen die beiden Planeten noch bis Mitte August so günstig zueinander.

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Gab oder gibt es Leben auf dem Mars?

Offene Fragen und lohnenswerte Forschungsfragen rund um den Mars gibt es viele. Doch die spannendste ist wohl: Gab oder gibt es Leben auf dem Mars? Denn obwohl Wissenschaftler bisher noch keine Anzeichen finden konnten, ist der Mars nach wie vor das wichtigste und langfristige Ziel der internationalen Raumfahrt im Hinblick auf die Suche nach existierendem oder ausgestorbenem Leben. Denn der Mars ist der erdähnlichste Planet in unserem Sonnensystem und Wissenschaftler erhoffen sich deswegen dort eine besonders hohe Wahrscheinlichkeit, Leben zu finden.

Das Leben auf dem Mars scheint tatsächlich nicht unmöglich zu sein. Die wichtigen Voraussetzungen für Leben sind vorhanden: eine Atmosphäre, Elemente wie Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel oder Phosphor, auch Wasser - zumindest in Form von Eis. Doch der Beweist, ob es jemals Leben auf dem Mars gab, fehlt bis heute.

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“Perseverance” soll daher in Gestein bohren, in dem es am wahrscheinlichsten Anzeichen für früheres Leben auf dem Roten Planeten geben könnte. Auch “der ExoMars Rover” der ESA soll nach Spuren von Leben auf dem Mars suchen. Die Mission soll 2022 starten.

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