Strozzapreti: dem Priester einen Strick gedreht

Manchmal sogar farbenfroh: Strozzapreti.

Das kleine Dozza in der Emilia-Romagna ist nicht weniger als ein Bilderbuchort, auch wenn dieser Begriff in Italien gern überstrapaziert wird. An jeder Ecke der engen Gassen findet sich ein Fotomotiv, meist sind es sogar mehrere. Die Burg Sforzesca bietet einen wunderbaren Ausblick über die sanften Hügel der Umgebung. Und wenn alle zwei Jahre bei der Biennale del Muro Dipinto, der Biennale der bemalten Wand, Künstler aus aller Welt die Häuserwände des Ortes bemalen, rückt die kleine Gemeinde unweit von Bologna richtig in den Fokus. Dabei findet sich hier das Beste genau genommen 365 Tage im Jahr auf den Tellern der Restaurants.

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Nicht nur für Pasta bekannt: Dozza in der Emilia-Romagna.

Nicht nur für Pasta bekannt: Dozza in der Emilia-Romagna.

Dozza gilt als Heimat der Strozzapreti – auch wenn andere italienische Orte diesen Anspruch ebenfalls gern für sich erheben. Diese locker um sich selbst gedrehte Pasta ist hier vom Esstisch kaum wegzudenken. Dabei hat sie historisch betrachtet einen eher zweifelhaften Ruf: Strozzapreti heißt übersetzt so viel wie „würg den Priester“. Die Nudelsorte sieht insofern wohl nicht ganz zufällig so aus wie eine Mischung aus übergroßen Schrauben und den dazugehörigen Dübeln. Dabei ist ihr Genuss eigentlich ganz und gar ungefährlich.

Pasta für den Priester

Es gibt zahlreiche Deutungen, wie es zu diesem Namen kam – in den Restaurants von Dozza hält man sich an folgende: Früher wurden die Pachtzahlungen in der Emilia überwiegend in Naturalien beglichen. Traditionell kam der Priester vorbei, um ebendiese Zahlungen einzutreiben, und er ließ sich dann vor Ort auch gern gleich bekochen. Sehr zum Leidwesen der Pächter, die den ungebetenen Besuch lieber sofort wieder losgeworden wären. Sie verbanden demnach bei der Übergabe der Naturalien mitunter den Wunsch, der Empfänger der Pacht möge doch daran ersticken.

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Bevor Sie jetzt aufhören zu lesen: Strozzapreti sind auch in Deutschland ohne jeglichen Warnaufdruck frei verkäuflich. Es wäre schon ein Wunder, daran zu ersticken.

Ein Klassiker aus der Emilia-Romagna: Strozzapreti mit Tomatensoße.

Ein Klassiker aus der Emilia-Romagna: Strozzapreti mit Tomatensoße.

Jamie Oliver und die Strozzapreti

Traditionell werden Strozzapreti aus Weichweizenmehl, Ei und Salz hergestellt. In der Emilia selbst ersetzen Köche Ei und Salz gern durch Eiweiß und geriebenen Parmesan. Der ausgerollte Teig wird in knapp zwei Zentimeter breite und fünf bis zehn Zentimeter lange Streifen geschnitten und durch Rollen in den Handinnenflächen in sich verdreht. Anschließend in kochendem, gut gesalzenem Wasser bissfest erhitzen – wie jede Pasta. Strozzapreti gibt es aber selbstverständlich auch von zahlreichen Nudelherstellern im 500-Gramm-Paket für zu Hause.

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Als Soße bietet sich so ziemlich alles an, das zu jeder anderen Pasta auch passt. Ein Klassiker ist eine Mischung aus Speck und Ei, ähnlich der Carbonara. Wer keine Zeit hat, kann auch einfach ein Glas guten Pestos nehmen. Der englische Fernsehkoch und Italien-Fan Jamie Oliver – der Strozzapreti vor Jahren so exzessiv nutzte, dass sie ihren Siegeszug durch Europa antraten – liebt nach eigenen Aussagen seine Kombination aus Fleischbällchen und gerösteten Kirschtomaten. Und was ohnehin immer geht: eine gute Tomatensoße. Die schmeckt auch Priestern gut.

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