Mehr als 2000 Liter Wasser: Das ist die Ökobilanz eines T-Shirts

Die Herstellung eines einzelnen T-Shirts verbraucht im Schnitt 2000 Liter Wasser.

Ein T-Shirt aus Baumwolle ist besser, als eins aus Synthetikfasern – oder doch nicht? Die neue Studie der Technischen Universität Berlin untersuchte die Ökobilanz eines handelsüblichen T-Shirts. Darin beschreiben die Forscher mögliche Umweltauswirkungen des gesamten Lebensweges eines weißen T-Shirts – ausgehend vom Anbau der Baumwolle, über die Produktion des T-Shirts, 44-maliges Waschen und Trocknen bis zu seiner Entsorgung.

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Studie rekonstruiert Lebensweg eines T-Shirts

Für die vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V. (IKW) in Auftrag gegebenen Studie wurde ein möglichst realistisches Szenario konstruiert. So wurde ein handelsübliches weißes T-Shirt aus Baumwolle untersucht, das außerhalb Europas hergestellt, in Deutschland gekauft, getragen und dabei 44 Mal gewaschen, getrocknet und schließlich entsorgt wird.

Schon beim Kauf hat ein T-Shirt durch seine Herstellung und den Vertrieb einen ökologischen Fußabdruck. Wird es anschließend getragen und gewaschen, vergrößert sich dieser Fußabdruck mit all seinen Auswirkungen auf die Umwelt noch. Für den Verbrauch von Rohstoffen ist aber hauptsächlich die Herstellung des T-Shirts verantwortlich. Laut Studie werden circa 73 Prozent der Metalle, Erze und Mineralien für die Herstellung und den Vertrieb des T-Shirts, seiner Vorprodukte und der Entsorgung benötigt. Nur 15 Prozent dieser Rohstoffe werden für die Waschmittelherstellung und den Energieverbrauch der Waschmaschine benötigt.

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Eine weitere Berechnung ergibt, dass eine Autofahrt über knapp 40 Kilometer das gleiche Treibhauspotenzial hat, wie der gesamte Lebensweg eines T-Shirts. In beiden Fällen werden 3,7 Kilogramm CO₂ freigesetzt. Um die schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten, empfiehlt der IKW Kleidung bei niedriger Temperatur zu waschen und im Freien trocknen zu lassen.

2495 Liter Wasser für die Herstellung

Es ist bekannt, dass sich Plastik nur sehr langsam zersetzt, meistens braucht es mehrere Jahrzehnte. Aus diesem Grund haben die EU-Staaten mittlerweile ein Verbot von Einwegprodukten aus Plastik beschlossen. Doch auch die Naturfaser Baumwolle ist nicht so umweltschonend, wie ihr Ruf vermuten lässt.

Schon der Anbau von Baumwolle in Gebieten wie Indien, China und den USA ist ausschlaggebend für die spätere Ökobilanz eines T-Shirts. Für die Bewässerung der Felder, die Reinigung der rohen Baumwolle sowie der anschließenden Weiterverarbeitung zu einem Stoff werden riesige Mengen Wasser verbraucht.

Um den Rohstoffverbrauch des gesamten Anbau- und Produktionsprozesses nachvollziehen zu können, hilft das Konzept des „virtuellen Wassers“, das der britische Geograf John Allan entwickelt hat. Nach seinem Konzept lässt sich auf der Website waterfootprint.org bestimmen, welche Mengen an Wasser tatsächlich für die Herstellung eines Produkts verwendet werden.

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Beim Anbau zeigen sich regionale Unterschiede

So benötigt beispielsweise eine Tomate ganze 32 Liter Wasser im Anbau. Für die Produktion eines herkömmlichen T-Shirts aus Baumwolle werden durchschnittlich 2495 Liter Wasser gebraucht. Um diese Menge einmal ins Verhältnis zu setzen: Das entspricht umgerechnet 17 Badewannen voll Wasser.

Die großen regionalen Unterschiede bleiben bei diesem globalen Durchschnittswert jedoch verborgen. In China etwa werden pro Kilogramm Baumwolle verhältnismäßig wenige 6000 Liter Wasser verbraucht. In Indien sind es bei der gleichen Menge Baumwolle hingegen 22.500 Liter Wasser.

Diese Unterschiede in der Bewässerung können – gerade für wasserarme Regionen – weitreichende Folgen haben. Der Aralsee in Usbekistan gehörte ehemals zu den größten Binnengewässern der Welt. Der Großteil des Wassers wurde in den vergangenen Jahrzehnten für die Baumwollindustrie verwendet. Heute ist nur noch rund ein Zehntel seiner Fläche übrig – der Rest ist salzige Steppe.

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