Glaubenssätze aus der Kindheit: Wie sie unsere Beziehungen beeinflussen – und warum wir manchmal gegen sie rebellieren müssen

Wer an ungesunden Glaubens­sätzen festhält, kann in einer Beziehung oftmals nicht glücklich werden.

Oft wird der Grundstein für unsere Glaubenssätze schon in der Kindheit gelegt. Durch unsere Erfahrungen, aber vor allem durch die Kommunikation mit unseren Eltern und anderen Bezugspersonen verinnerlichen wir bestimmte Haltungen zu anderen oder zu uns selbst.

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Einige dieser Glaubenssätze können für Kinder durchaus sinnvoll sein, Kinder sollten Fremden beispielsweise nicht ohne Weiteres vertrauen. Andere Glaubenssätze wie „Du lässt immer alles fallen, du bist so tollpatschig“ oder schlimmer „Aus dir wird nie etwas“ können sich ein Leben lang negativ einprägen. Auch der Glaubenssatz „Ich muss mich anstrengen beziehungsweise etwas leisten, um geliebt zu werden“ zieht sich bei vielen Menschen wie ein roter Faden durch ihre Kindheit und bleibt auch im Erwachsenenleben präsent.

Glaubenssätze können unsere Beziehungen beeinflussen

Dies zeigt sich zum Beispiel häufig durch eine besondere Zuwendung, wenn gute schulische Leistungen erbracht werden. Wenn es in der Schule mal nicht so gut läuft, wird im Gegensatz dazu mit Liebesentzug oder Bestrafung reagiert.

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Auch wird man als Kind oft besonders gelobt, wenn man schön brav, angepasst und nicht frech oder rebellisch ist. Äußerungen über die Optik wie „Streck deinen Bauch nicht so raus“ oder „Du bist so dünn, du kannst deine Beine in einer Flasche waschen“ behalten wir unter Umständen auch unser Leben lang im Kopf und entsprechend lenken wir unseren Blick auf uns selbst und beeinflussen so unser Selbstwertgefühl.

Wenn wir über diese Glaubenssätze keine Bewusstheit im Erwachsenenalter erlangen, beeinflussen sie immer wieder unsere Beziehungen. Wenn wir glauben, nicht schön genug zu sein, ziehen wir möglicherweise Partner an, die uns für unser Aussehen kritisieren. Wenn wir uns in Beziehungen besonders anstrengen und uns permanent um den Partner bemühen, obwohl wir es nicht gleichermaßen zurück­bekommen, werden wir uns immer wieder schlecht fühlen.

Man unterscheidet zwischen drei Ebenen von Glaubenssätzen

Die Glaubenssätze werden durch unsere Erfahrungen noch unterfüttert und setzen sich immer mehr in uns fest. Wir geraten in immer gleiche Beziehungs­dynamiken, die uns unglücklich machen. Wie kommen wir da also raus?

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Ich unterscheide grundsätzlich drei verschiedene Ebenen von Glaubenssätzen: erstens die persönliche Ebene (zum Beispiel „ich wurde betrogen und denke nun, dass alle Männer fremdgehen“), zweitens die familiäre Ebene (zum Beispiel „ich bin so, wie ich bin, nicht gut genug, weil ich die Erwartungen meiner Eltern nicht erfülle“) und drittens die gesellschaftliche Ebene (zum Beispiel „je länger eine Beziehung hält, desto besser ist sie“).

Den Sinn von Glaubenssätzen selbst hinterfragen

Je allgemeiner der Glaubenssatz, desto weniger sind wir uns seiner bewusst und umso schwieriger wird es, ihn zu verändern oder abzulegen. Glaubenssätze sind nicht nur schlecht. Sie vereinfachen und ordnen die Dinge, und so finden wir uns besser im Leben zurecht und bekommen Orientierung. Wir sind aber aufgefordert, unsere Glaubenssätze immer wieder zu hinterfragen: Macht ein bestimmter Glaubenssatz noch Sinn oder kann er verändert werden?

Eine radikale Bekämpfung macht wenig Sinn und eine Veränderung von „ich opfere mich auf“ hin zu „ich denke nur noch an mich“ ist selten zielführend. Wir dürfen aber den Erwachsenen ans Steuer lassen und gegen alte Glaubenssätze rebellieren. Wir dürfen uns jeden Tag neu erfinden, uns ausprobieren, uns annehmen, wie wir sind, und einfach kreativ glücklich sein.

Der Autor und seine Kurse sind zu erreichen über www.liebeschip.de. Sein neues Buch „Vom Opfer zum Gestalter – raus aus toxischen Beziehungen, rein ins Leben“ ist in allen Buchhandlungen erhältlich.

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In der Kolumne „Auf der Couch“ schreiben wechselnde Experten zu den Themen Partnerschaft, Achtsamkeit, Karriere und Gesundheit.

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