So kommen mehrjährige Pflanzen gut durch den Winter

In Pastelltönen bilden Muskatteller-Salbei (Salvia sclarea), Kugelköpfiger Lauch (Allium sphaerocephalon), Blut-Weiderich (Lythrum salicaria), Asiatische Duftnessel (Agastache rugosa) und Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) eine wilde Mischung.

In Pastelltönen bilden Muskatteller-Salbei (Salvia sclarea), Kugelköpfiger Lauch (Allium sphaerocephalon), Blut-Weiderich (Lythrum salicaria), Asiatische Duftnessel (Agastache rugosa) und Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) eine wilde Mischung.

Spätestens wenn buntes Laub den Garten füllt und die meisten Pflanzen ihre Blütezeit hinter sich haben, geht es für viele Gärtner und Gärtnerinnen daran, das grüne Reich winterfertig zu machen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Pflanzen, die im kommenden Jahr wieder austreiben – sogenannte Mehrjährige. „Wir unterscheiden dabei in Gehölze und Stauden“, sagt Michael Moll. Er ist Vorsitzender des Bundes deutscher Staudengärtner (BdS) im Zentralverband Gartenbau und besitzt eine Staudengärtnerei bei Stuttgart.

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„Zu den Gehölzen zählt alles, wo Stämme und Äste verholzen. Bei den Stauden sind die oberen Teile dagegen krautig und sterben nach der Blüte ab; die Pflanze speichert ihre Energie in der Wurzel und treibt im nächsten Jahr neu aus.“ Als typische Gehölze, die hierzulande in den Gärten stehen, nennt er Hecken, Bäume und Blütensträucher wie Rosen, Zaubernuss, Flieder oder Holunder. Beliebte Stauden sind zum Beispiel Sonnenhut, Astern, Chinaschilf, Schafgarbe oder das Japanische Berggras, das der BdS kürzlich zur Staude des Jahres 2022 gekürt hat.

Winterhärte beachten

Mehrjährige speziell gegen die Kälte zu präparieren ist meist nicht nötig. „Die Stauden und Gehölze, die es hier gibt, sind teils heimische Pflanzen, teils stammen sie aber auch aus aller Herren Länder, etwa Asien, Südafrika oder Neuseeland“, sagt Michael Moll. „Da gibt es sicher mal den ein oder anderen Kandidaten, der in strengen Wintern leidet, doch die überwiegende Mehrzahl der Mehrjährigen ist winterhart.“

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Zur Orientierung dient der Grad der Winterhärte. Schon beim Kauf lohnt es sich, darauf zu achten und notfalls nachzufragen, in welchen Winterhärtezonen die Pflanze gut überleben kann. Jede Region der Erde lässt sich in eine von 13 Winterhärtezonen einordnen, wobei jede Zone zur feineren Abstufung noch einmal in a und b unterteilt ist. Deutschland bewegt sich im Flachland in den Zonen 6 und 7, was durchschnittlichen Tiefsttemperaturen zwischen minus 12,8 und minus 23,3 Grad entspricht. Im Alpenraum sind die Winter etwas kälter, in Großstädten wie Berlin, Frankfurt, München oder Hannover dagegen etwas wärmer.

Nicht alles abschneiden

„Viele Menschen verspüren jetzt den Drang, alles abzuschneiden, damit es ordentlich aussieht“, sagt Moll. Das sei jedoch wenig sinnvoll. Er empfiehlt: „Was im Herbst noch grün ist, sollte stehen bleiben. Alles, was abstirbt, kann man abschneiden – entweder im Herbst oder noch besser im ausgehenden Winter, also etwa Ende Februar.“ Langsam wachsende Mehrjährige wie Zaubernuss, Hibiskus oder Hartriegel müssen Moll zufolge gar nicht geschnitten werden; nur wenn sich diese „überwachsen“, könne man Partien herausnehmen.

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Für immergrüne Hecken wie Eiben, Thuja, Kirschlorbeer oder Forsythie sei der Sommer die richtige Rückschnittzeit, damit sie dann wieder kraftvoll austreiben. Dagegen können frei stehende Gehölze auch im Februar geschnitten werden. Allerdings besser nicht mit der Heckenschere: „Von einem tonsurartigen Formschnitt raten wir ab“, sagt der Pflanzenexperte. „Besser ist es, zum Winterende hin mit der Rebschere alte Triebe komplett herauszuschneiden.“

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Mehrjährige Pflanzen richtig düngen

Wer seinen Mehrjährigen eine Extraportion Nährstoffe mitgeben will, kann im Herbst mit Kalium düngen, das zudem wie eine Art Frostschutzmittel wirkt. Unbedingt nötig ist es Moll zufolge allerdings nicht, weil die Pflanzen meist auch ohne Düngung gut überleben und die Nährstoffe besser während der Vegetationszeit brauchen könnten.

Anders sei das mit der Bewässerung: „Viele wintergrüne Gehölze wie der Kirschlorbeer oder Rhododendron verdunsten immer Wasser, selbst wenn der Boden gefroren ist.“ Wenn nach einem heißen Sommer ein Kahlfrost komme – tiefe Minustemperaturen bei nicht schneebedecktem Boden –, seien die Pflanzen geschwächt. „Dann kann es sein, dass sie absterben oder Schäden bekommen“, sagt Moll. Daher solle man die wintergrünen Mehrjährigen im Herbst mit Wasser versorgen, indem man den Gartenschlauch daneben legt und einen Tag über tröpfeln lässt.

Neupflanzung im Herbst

Bei einem gut geplanten Garten, in dem miteinander kombinierte Mehrjährige harmonieren und am richtigen Standort stehen, sei der Pflegeaufwand gering, sagt Moll. Stattdessen werde der Garten quasi von selbst über die Jahre immer schöner und bunter. Nachhaltiger sind Mehrjährige auch: Während im Frühjahr gepflanzte Einjährige zum Winter hin auf dem Kompost landen, erblühen die Mehrjährigen bis zu zehn Jahre in Folge immer wieder aufs Neue.

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Die Deutsche Wildtier-Stiftung rät, Pflanzen im Herbst herunterzuschneiden, die Stängel aufzubewahren und zuzuschneiden, um sie dann einzeln senkrecht oder leicht schräg an sonnigen Stellen an einem Zaun zu fixieren. Nicht nur die Beete sehen nach einem Schnitt gut aus. Weil das Mark in den Stängeln nach der Behandlung mit der Gartenschere freiliegt, haben die Tiere etwas davon.

Wildbienen finden in den dicken Stängeln von Brombeere oder Heckenrose ein Winterquartier. Sie knabbern sich durch das Stängelmark und legen dort auch winzige Bruthöhlen an. In die Reste von Kugeldisteln oder Maggikraut ziehen sich zudem Spinnen und Käfer zurück.

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