Wetterphänomen: Sonnensturm könnte Polarlichter auch in Deutschland sichtbar machen

Polarlichter (Symbolbild)

Treffen die energiegeladenen Teilchen der Sonne auf die Erde, erzeugen sie am Himmel grüne, blaue oder auch rötliche Verfärbungen – auch Polarlichter genannt.

Hannover. Durch eine starke Sonneneruption am Donnerstagabend könnten vom späten Freitagabend bis Samstagnacht auch in Deutschland Polarlichter zu beobachten sein. Das berichtet der meteorologische Dienst Wetteronline. Der Ausbruch der Sonne sei knapp der höchsten Stärkekategorie X zuzuordnen. Je intensiver der dadurch ausgelöste Sonnenwind auf die Erde trifft, umso weiter südlich ist dieser als Polarlicht am Himmel zu sehen. Der aktuelle Sonnenwind hat eine Geschwindigkeit von etwa 1000 Kilometern pro Sekunde. Daher werden Beobachtungen vermutlich auch hierzulande möglich sein.

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Sonnenwinde bestehen aus kleinen elektrisch geladenen Teilchen, den Plasmateilchen, die von der Sonne ausgestoßen werden. Trifft dieser Sonnenwind auf die Erde beziehungsweise dessen Magnetfeld, entsteht ein Lichtspektakel am Himmel: die Polarlichter. Sie sind dann vor allem an den Magnetpolen der Erde zu beobachten. Um die bunten Lichter erblicken zu können, muss allerdings das Wetter mitspielen. Der Himmel sollte so gut es geht klar sein.

Das Bild zeigt die Sonneneruption der Klasse X1. 0 im Zentrum der Sonne am 28. Oktober 2021. Dieses Bild wurde vom Solar Dynamics Observatory der Nasa aufgenommen.

Das Bild zeigt die Sonneneruption der Klasse X1. 0 im Zentrum der Sonne am 28. Oktober 2021. Dieses Bild wurde vom Solar Dynamics Observatory der Nasa aufgenommen.

Gute Chance auf Polarlichterbeobachtung im Osten

Durch Wolken die am Freitagabend über den westlichen Teil Deutschlands ziehen, stehen die Chancen dort für eine Beobachtung der Lichter eher schlecht, teilt Wetteronline mit. Am Samstagabend sei es sogar noch schwieriger. Anders sieht es hingegen im östlichen Teil des Landes aus. Vor allem an der Ostseeküste soll es am Freitagabend und in der Nacht oftmals einen klaren Himmel geben.

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Wer Glück mit dem Wetter hat und die Polarlichter mit der Kamera einfangen möchte, dem empfiehlt Experte Carsten Jonas gegenüber den Kieler Nachrichten auch auf einen Standort mit wenig Lichtverschmutzung zu achten, zum Beispiel in der freien Natur. Außerdem rät er zu einem Stativ mit Fernauslöser, mit im besten Fall ein bis zwei Sekunden Verzögerung. Dabei sollte ein fernes Objekt manuell fokussiert, zum Beispiel ein Stern, und die Blende möglichst weit aufgestellt werden. Die Belichtungszeit sollte etwa 15 bis 30 Sekunden betragen. Zudem empfiehlt er eine Iso-Zahl zwischen 1000 und 1600.

Sonnenwinde können Technik auf der Erde stören

Neben den Polarlichtern haben Sonnenwinde auch andere Einflüsse auf die Erde. Der letzte ähnliche Sonnenausbruch war erst im Sommer dieses Jahres. Damals legte er etwa eine Stunde lang das satellitengebundene GPS-System lahm und sorgte für Störungen im Radioempfang.

RND/mr

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