Sterbende Schwertwale: Menschlicher Einfluss wird Orcas zum Verhängnis

Ein 18-jähriger Southern Resident Killer Whale strandete im Dezember 2016 verletzt in der Nähe von Sechelt in British Columbia.

Ein 18-jähriger Southern Resident Killer Whale strandete im Dezember 2016 verletzt in der Nähe von Sechelt in British Columbia.

Immer wieder werden tote oder sterbende Schwertwale an Küsten angespült. Was wird den Tieren zum Verhängnis? Forscher haben nun Berichte zu Dutzenden gestrandeten Orcas ausgewertet. Für viele der tödlichen Bedrohungen sei der Mensch verantwortlich, berichten sie im Fachjournal „PLOS ONE“.

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Die Forscher um Stephen Raverty und John Ford von der University of British Columbia in Vancouver (Kanada) hatten Berichte zu mehr als 50 Orcas – auch Schwert- oder Killerwale genannt – analysiert, die zwischen 2004 und 2013 in der Nordostpazifikregion und auf Hawaii gestrandet waren. Bei etwa 20 der Wale konnte die Todesursache bestimmt werden.

Orcas können 80 Jahre alt werden

Orcas haben eine Lebenserwartung von mehreren Jahrzehnten, zumindest einige werden wohl sogar über 80 Jahre alt. Die in Gruppen mit komplexer Sozialstruktur lebende Art mit dem Fachnamen Orcinus orca ist weltweit verbreitet, bevorzugt aber in küstennahen Gebieten höherer Breiten. Die Tiere erbeuten bei gemeinsamen, koordinierten Jagden Fische, Meeressäuger wie Robben und mitunter auch andere Wale.

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Der weltweite, nicht als gefährdet geltende Bestand wird in verschiedene Ökotypen aufgeteilt, die sich in ihrem Verhalten, der bevorzugten Beute und anderen Merkmalen unterscheiden. Einige lokale Populationen erleiden starke Bestandseinbußen. Betroffen sind etwa die sogenannten Southern Resident Killer Whales (SRKW, südliche ortstreue Schwertwale) im nordöstlichen Pazifik vor der Westküste der Vereinigten Staaten und Kanadas, die sich bevorzugt von Königslachs ernähren. Die Population umfasst nur noch einige Dutzend Tiere. Ein Teil der berücksichtigten gestrandeten Wale stammte aus dieser Gruppe.

Schiffe und Fanghaken können Orcas tödlich verletzen

Die etwa sieben bis acht Meter langen, mehrere Tonnen schweren Tiere sind den Ergebnissen der Analyse zufolge einer Vielzahl tödlicher Bedrohungen ausgesetzt – und viele davon gehen auf menschliche Einflüsse zurück. So starb ein Walkalb an einer Sepsis nach einer Verletzung durch einen sogenannten Heilbutthaken. Zwei Orcas starben an Verletzungen, die sie sich beim Zusammenstoß mit Schiffen oder an deren Propellern zugezogen hatten. Auch Infektionskrankheiten und Nahrungsmangel spielten eine Rolle. Von den Todesfällen bei Tieren aus der stark gefährdeten SRKW-Population wurde den Forschern zufolge die Hälfte vom Menschen verursacht.

Es sei wichtig zu wissen, dass die Orcas nicht nur durch indirekte Einflüsse wie Überfischung und Umweltverschmutzung Schaden nehmen, erläutern die Forscher. Dass Schiffskollisionen und verlorenes Zubehör wie Haken so eine große Rolle spielen, zeige deutlich, dass auch dabei Verbesserungen nötig seien.

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RND/dpa

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