Was „Perseverance“ über den Mars herausfinden soll

Die von der NASA zur Verfügung gestellte Illustration zeigt den „Ingenuity-Hubschrauber“ (r) nach dem Start vom Nasa-Rover „Perseverance“. Der Hubschrauber wird das erste Fluggerät sein, das einen kontrollierten Flug auf einem anderen Planeten versucht.

Die von der NASA zur Verfügung gestellte Illustration zeigt den „Ingenuity-Hubschrauber“ (r) nach dem Start vom Nasa-Rover „Perseverance“. Der Hubschrauber wird das erste Fluggerät sein, das einen kontrollierten Flug auf einem anderen Planeten versucht.

Existierten früher einmal Lebewesen auf dem Mars? Gibt es dort vielleicht sogar noch heute Leben? Kaum eine Frage ist wohl so faszinierend wie die, ob die Erde der einzige Planet in unserem Sonnensystem ist, auf dem Leben entstanden ist. Viele Raumfahrtmissionen haben das Ziel, sie zu beantworten. Dazu gehört auch „Perseverance“, der Nasa-Rover, der an diesem Donnerstag auf dem Mars gelandet ist.

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„Der Rover hat die Möglichkeit, nicht nur unser Wissen über den Roten Planeten zu vergrößern, sondern auch eine der wichtigsten und aufregendsten Fragen der Menschheit über den Ursprung des Lebens auf der Erde und auf anderen Planeten zu untersuchen“, sagte Nasa-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen im Vorfeld. Der Rover soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens suchen sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen und Proben von Steinen und Staub nehmen.

Dazu passt auch der Landeplatz des Rovers: Der 45-Kilometer weite „Jezero Crater“ liegt auf der nördlichen Hemisphäre des Mars. Vor 3,5 Milliarden Jahren floss dort ein Fluss, erklärt die Nasa. Die Wissenschaftler der Nasa glauben, dass sich in dem früheren Flussdelta organische Moleküle und andere Hinweise auf mikrobielles Leben gesammelt haben könnten.

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Ein Greifarm, um Gesteinsproben zu entnehmen

„Perseverance“ hat dabei vier wissenschaftliche Missionsziele, erklärt die Nasa. Ziel eins: Gegenden identifizieren, in denen früher einmal mikrobielles Leben hätte entstehen können. Ziel zwei: Nach Spuren dieser Mikroben Ausschau halten – besonders in speziellen Steinen, die diese Spuren gut erhalten. Ziel drei: Gesteinsproben einsammeln, die vielleicht Spuren früheren mikrobiellen Lebens enthalten. Und Ziel vier: Herausfinden, ob man die Atmosphäre des Mars zur Gewinnung von Sauerstoff nutzen könnte (für spätere menschliche Marsmissionen).

Um diese Mission zu erfüllen, hat „Perseverance“ zahlreiche wissenschaftliche Instrumente an Bord. In dem rund 1000 Kilogramm schweren und drei Meter langen Gefährt von der Größe eines Kleinwagens sind unter anderem sieben wissenschaftliche Instrumente, 23 Kameras und ein Laser untergebracht.

Mit einem zwei Meter langen Greifarm soll der Rover seine Bohrungen vornehmen und Gesteinsproben einsammeln. Drei bis vier Dutzend Proben in der Größe eines Kreidestücks sollen in Röhren abgefüllt werden. Ein weiteres Raumschiff soll die Proben mit einem eigenen Rover abholen und bis 2031 zur Erde bringen. Ein Instrument namens „MOXIE“ soll Technologien testen, mit denen man Kohlendioxid in Sauerstoff umwandeln kann, wie die Nasa erklärt. Es befindet sich im Inneren des Rovers.

Mikrofone fangen den Sound des Mars ein

Erstmals werden mit „Perseverance“ auch Mikrofone auf den Mars geschickt. Die Mikrofone hat „Perseverance“ schon auf dem Flug zum Mars eingesetzt – und ein gleichförmiges, leicht metallenes Rauschen aufgenommen und veröffentlicht. Bei der Landung und beim Rollen über den Planeten soll noch mehr Sound aufgenommen werden. „Wie viel wissenschaftliche Daten wir alleine mit einem simplen Mikrofon bekommen können, ist erstaunlich“, sagt Nasa-Forscher Baptiste Chide. Wegen der dünneren Atmosphäre auf dem Mars würden sich wohl aber auch die Geräusche anders anhören. „Es wird so sein, als ob man durch eine Mauer hindurch lauscht.“

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Der erste Helikopterflug auf dem Mars

Besonders viel Aufmerksamkeit im Vorfeld kommt dem Mars-Helikopter „Ingenuity“ (auf Deutsch etwa: Einfallsreichtum) zu: Der Hubschrauber wird das erste Fluggerät sein, das einen kontrollierten Flug auf einem anderen Planeten versucht. Dabei handelt es um eine Technikdemonstration, die zeigen soll, ob Flüge dieser Art in der dünnen Atmosphäre des Mars möglich sind. Zudem muss der Hubschrauber eisige Temperaturen von bis zu -90 Grad aushalten können.

Neben all der Technik hat „Perseverance“ auch noch die auf drei fingernagelgroße Chips gebrannten Namen von knapp elf Millionen Menschen dabei, die sie nach einem entsprechenden Aufruf eingesandt hatten, und sogar eine kleine Gedenkplakette für die Corona-Pandemie.

RND/asu/dpa/AP

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