Lebensmittelpreise sinken

Butter so günstig wie zuletzt 2017 – Bauernverband übt Kritik an Preissenkung

Butter im Kühlregal eines Supermarkts. Mehrere Discounter haben ihre Preise zum Advent deutlich gesenkt (Symbolbild).

Kurz vor dem ersten Advent drehen die großen Discounter erneut an der Preisschraube: Aldi, Lidl und Norma reduzieren den Butterpreis auf 1,19 Euro – so günstig wie seit acht Jahren nicht mehr. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das geringere Ausgaben – und das in einer Phase, in der laut ifo-Institut viele Einzelhändler 2025 ein schwaches Weihnachtsgeschäft erwarten.

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Discounter Aldi und Lidl senken Butterpreise – auch vegane Alternativen billiger

Aldi kündigte am Freitagabend an, die „Milsani Deutsche Markenbutter“ ab dem 29. November dauerhaft für 1,19 Euro anzubieten. Auch irische Butter und weitere Sorten werden um bis zu 30 Cent günstiger. Damit will der Discounter nach eigenen Angaben „Millionen Menschen entlasten“ und sich erneut als Preisführer im Markt positionieren.

Lidl spricht wiederum von der „siebten Preissenkung in Folge“. Auch hier fällt der Preis für die „Milbona Deutsche Markenbutter“ auf 1,19 Euro. Zusätzlich werden weitere Butterartikel, Mischstreichfette und eine vegane Alternative günstiger angeboten.

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Norma wird ebenfalls günstiger

Auch der dritte große Discounter in der Runde, Norma, zieht nach: Viele Butterprodukte der Eigenmarke Landfein sind ab sofort ebenfalls für 1,19 Euro erhältlich – von Süßrahmbutter bis zur irischen Variante. Auch hier werden mehrere Sorten dauerhaft reduziert.

Die jüngste Senkung ist bereits die zweite große Preisrunde innerhalb weniger Tage. Anfang der Woche hatten die Discounter auch mehrere Lachsprodukte günstiger gemacht – ein wichtiger Umsatzbringer in der Adventszeit.

Warum werden Lebensmittel wie Butter jetzt günstiger?

Hintergrund des Preisrutsches ist eine gestiegene Milchproduktion im Vergleich zum Vorjahr. Der Butterpreis gehört traditionell zu den volatilsten im Lebensmittelsegment. Bereits im September hatten große Handelsketten den Preis für eine 250-Gramm-Packung deutscher Markenbutter ihrer Eigenmarken um rund 20 Cent auf etwa 1,79 Euro gesenkt, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergab.

Auslöser war im Herbst eine Ankündigung von Lidl – der Discounter hatte die Preisrunde gestartet und damit eine Kettenreaktion ausgelöst: Aldi Nord und Süd, Edeka, Rewe, Netto, Norma und Penny zogen kurze Zeit später nach. Bei sogenannten Eckpreisartikeln wie Butter folgen Wettbewerber erfahrungsgemäß schnell, sobald einer den Preis senkt.

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Noch im Oktober 2024 erreichte die Butter ein Hoch von 2,39 Euro pro 250 Gramm. Nun liegt der Preis knapp ein Jahr später bei weniger als der Hälfte. Auch die Konkurrenzsituation im Handel spielt eine Rolle: Aldi und Lidl liefern sich seit Wochen einen intensiven Preiskampf, der sich quer durchs Sortiment zieht – von Kaffee bis Pasta.

Bauern warnen vor Folgen des Preisdrucks

Während Verbraucherinnen und Verbraucher von den sinkenden Preisen profitieren, sieht der Deutsche Bauernverband die Entwicklung kritisch. Vizepräsident Karsten Schmal warnte jüngst vor einer „Abwärtsspirale“ bei Milch und Milchprodukten. Die Preiskämpfe dürften nicht auf dem Rücken der Landwirte ausgetragen werden, sagte er im Interview mit der „Bild“. Viele Betriebe stünden bereits unter erheblichem wirtschaftlichem Druck.

Zum Start der Adventszeit dürfte die Preissenkung zumindest Hobbybäckerinnen und -bäcker freuen. Doch die Frage, wie nachhaltig der Preissturz für die Erzeuger ist, begleitet die Debatte.