Brückenwunder: Die eindrucksvollsten Viadukte und Aquädukte in Europa
Es gibt Brücken – und es gibt Bauwerke, bei denen die Kinnlade nach unten klappt. Europas Viadukte und Aquädukte sind mehr als nur Verbindungen zwischen zwei Punkten: Sie sind kühne Konstruktionen und stille Zeugen vergangener Ingenieurskunst.
Während Aquädukte Wasser über lange Strecken transportieren, dienen Viadukte als Brücke für Züge, Autos und Fußgänger. Ob römische Wasserstraße oder filigrane Eisenbahnbrücke – wir werfen einen Blick auf Europas spektakulärste Höhenzüge aus Stein und Stahl.
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Pont du Gard, Frankreich
Eines der größten Meisterwerke der Antike ist das Aquädukt Pont du Gard in Südfrankreich. Erbaut zur Zeit der Römer um 19 vor Christus, ist die Brücke heute einer der am besten erhaltenen Wasserkanäle und Teil des Unesco-Welterbes. Seine drei Etagen aus hellgelbem Kalkstein tragen Wasser in 48 Metern Höhe über den Gardon.
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Glenfinnan Viaduct, Schottland
Tief in den schottischen Highlands liegt das Glenfinnan Viaduct. Berühmt geworden ist es durch die „Harry Potter“-Filme. Doch schon lange bevor der Hogwarts-Express darüber ratterte, galt das 1901 eröffnete Viadukt als technisches Wunder seiner Zeit.
Es war eines der ersten großen Betonbauwerke Großbritanniens. Mit seinen 21 Bögen, 380 Metern Länge und 30 Metern Höhe schlängelt es sich in einer sanften Kurve durch das Glenfinnan-Tal.
Landwasserviadukt, Schweiz
Ebenso faszinierend präsentiert sich das Landwasserviadukt im Schweizer Kanton Graubünden. Seit 1902 trägt es die Züge der Rhätischen Bahn über eine 65 Meter tiefe Schlucht und führt sie in einer eleganten Kurve in einem Tunnel im Fels. Das Viadukt aus Naturstein ist 136 Meter lang und wird von sechs Bögen getragen. Heute zählt es zum Unesco-Welterbe.
Göltzschtalbrücke, Deutschland
Kaum ein Bauwerk wirkt so standhaft wie sie: die Göltzschtalbrücke im vogtländischen Hügelland. Die imposante Eisenbahnbrücke gilt als größte Ziegelsteinbrücke der Welt und überspannt das Tal der Göltzsch zwischen Reichenbach und Netzschkau.
Errichtet zwischen 1846 und 1851, besteht das Monument aus 98 Bögen auf vier Ebenen – 78 Meter hoch, 574 Meter lang und bis heute voll in Betrieb. Regionalzüge überqueren täglich diesen Giganten aus Stein, der seit über 170 Jahren Teil des sächsischen Bahnnetzes ist.
Viaduc de Millau, Frankreich
Wesentlich jünger ist das Viaduc de Millau im Süden Frankreichs, eines der eindrucksvollsten Ingenieurbauwerke der Moderne. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 2004 überspannt die 2460 Meter lange Schrägseilbrücke das Tal mit einer Leichtigkeit, die fast unwirklich scheint.
Der höchste Pfeiler des vom britischen Architekten Sir Norman Foster entworfenen Viadukts ragt 343 Meter in den Himmel – höher als der Eiffelturm.
Ribblehead Viaduct, England
Ein Klassiker der britischen Eisenbahngeschichte ist das Ribblehead Viaduct in den Yorkshire Dales. Die Brücke steht inmitten der kargen Hügellandschaft der Grafschaft New Yorkshire. Seit 1875 führt sie die Settle–Carlisle-Bahn über 24 steinerne Bögen hinweg: 402 Meter lang und 32 Meter hoch.
Aquädukt von Segovia, Spanien
Ebenso beeindruckend ist das Aquädukt von Segovia in Spanien, das im ersten Jahrhundert nach Christus unter dem römischen Kaiser Trajan errichte wurde. Mit 167 Bögen, bis zu 28 Metern Höhe und 728 Metern Länge erhebt sich die Brücke im Herzen der Stadt hoch über der Plaza del Azoguejo. Sie gilt als eines der besterhaltenen römischen Monumente der Welt.
Aquädukt von Vanvitelli, Italien
Rund 1700 Jahre später ließ der Architekt Luigi Vanvitelli im Auftrag der Bourbonenkönige ein Aquädukt unweit von Neapel errichten. Zwischen 1753 und 1762 entstand in Kampanien ein barockes Wunderwerk, das auf einer Länge von 38 Kilometern Wasser aus den Monti Tifatini in den Königspalast von Caserta leitete.
Am beeindruckendsten ist der Abschnitt bei Maddaloni. Dort ist die Brücke 55 Meter hoch, eine dreifach gestaffelte Bogenreihe, die an die römischen Vorbilder erinnert. Zusammen mit dem Palast zählt das Viadukt heute zum Unesco-Weltkulturerbe.
Aqueduto das Águas Livres, Portugal
Zur selben Epoche gehört das Aqueduto das Águas Livres in Lissabon, dessen Bau 1799 abgeschlossen wurde. Die Spitzbögen des 941 Meter langen Hauptabschnitts über dem Alcântara-Tal erreichen eine Höhe von 65 Metern – sie gehören zu den höchsten steinernen Aquädukten der Welt.
Ravennabrücke, Deutschland
Die Ravennabrücke bei Gera in Thüringen ist ein eindrucksvolles Beispiel moderner Eisenbahnarchitektur. Mit einer Länge von etwa 414 Metern und einer Höhe von bis zu 35 Metern überspannt sie das Tal der Ravennaschlucht.
Erbaut zwischen 1898 und 1902 aus Stahl und Beton, zeichnet sich die Brücke durch ihre eleganten Bögen und ihre stabile Konstruktion aus. Auch heute noch wird die Ravennabrücke regelmäßig vom Zugverkehr genutzt. Ein Merkmal macht das Viadukt über die Ravennaschlucht jedoch einzigartig: Seit 2010 findet unter den Bögen ein Weihnachtsmarkt statt.
Aquädukt von Kavala, Griechenland
Auch Griechenland kann mit einer historischen Wasserleitung aufwarten. Das Aquädukt von Kavala, auch „Kamares“ genannt, überspannt mit seinen 60 Bögen, 280 Metern Länge und bis zu 25 Metern Höhe die Altstadt am Ägäischen Meer. Ursprünglich wurde es zur römischen Zeit erbaut, aber im Laufe der Jahrhunderte beschädigt und um 1550 von den Osmanen wiederhergestellt.
Aqueduc de Roquefavour, Frankreich
In der Provence, nahe dem Ort Aix-en-Provence, steht mit dem Aqueduc de Roquefavour das größte steinerne Aquädukt der Neuzeit. Als Inspiration diente der 2000 Jahre alte Pont du Gard in Südfrankreich. 1847 fertiggestellt, versorgt das 393 Meter lange und 83 Meter hohe Aquädukt Marseille seitdem mit Wasser aus der Durance.
Pontcysyllte-Aquädukt, Wales
Eines der ungewöhnlichsten Aquädukte Europas ist das 307 Meter lange Pontcysyllte Aqueduct im walisischen Llangollen.
Seit 1805 trägt es keine Wasserleitung, wie es sonst der Fall ist, sondern den Llangollen-Kanal: In einer gusseisernen Rinne gleiten Boote hier 38 Meter über dem Tal des Dee. Die Konstruktion war ihrer Zeit eine technische Sensation und zählt heute zum Unesco-Weltkulturerbe.
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