Wohlfühloase Basketball-Nationalmannschaft
„Hier habe ich immer Bock zu spielen – für die Nationalmannschaft“, schwärmte David Krämer. Der Shooting Guard der deutschen Basketballer stand nach dem 89:69-Sieg gegen Israel zum Start der WM-Qualifikation mit einem Lächeln vor den Journalisten in der Ratiopharm-Arena in Ulm.
Mit genau diesem Lächeln agierte er in den 40 Minuten zuvor auch auf dem Feld. Krämer sprühte besonders in der ersten Hälfte vor Spielfreude. Nur 47 Sekunden dauerte es, ehe er einen Dreier versenkte und damit die ersten Punkte für das deutsche Team erzielte. Die 6049 Zuschauerinnen und Zuschauer weckte er mit dieser Aktion erstmals so richtig auf. Immer wieder hallten David-Krämer-Sprechchöre durch die Arena. Fünf Jahre spielte der Dreier-Spezialist, zunächst in der Jugend, für die Ulmer. Insgesamt 90 Bundesligaspiele absolvierte er für die A-Mannschaft.
„Vor allem hier in Ulm habe ich richtig Lust. Als 16-Jähriger bin ich damals hier angekommen. Jetzt mit der Nationalmannschaft wieder zurückzukehren, ist etwas Besonderes“, sagte er. Krämer trat mit viel Energie auf, zog zum Korb, wurde immer wieder gefoult, verteilte Assists und versuchte es von der Dreierlinie. „Ich versuche einfach, das Team zu pushen. Egal, ob ich punkte oder das Spiel rundherum besser mache“, sagte er.
Krämer mit 13 Punkten zweitbester Werfer
Auch wenn längst nicht alles gelang, dürfte Chefcoach Alex Mumbru, der immer das höchstmögliche Engagement fordert, der Auftritt Krämers gefallen haben. Mit 13 Zählern war er zweitbester Punktesammler des Teams, das nur auf drei der zwölf Europameister zurückgreifen konnte. Krämer selbst fehlte bei der EM, weil er sich kurz vor dem Turnier verletzte.
Die Spielfreude, die er in Ulm aufs Parkett legte, darf der 28-Jährige bei seinem Klub Real Madrid derzeit nur selten ausleben. Beim spanischen Topteam kam Krämer in den vergangenen Wochen in nur rund jedem zweiten Spiel überhaupt zum Einsatz. Wenn er spielte, stand er für den spanischen Rekordmeister meist nicht länger als 10 Minuten auf dem Feld.
Am Anfang der Saison habe ich mehr gespielt. In den letzten zwei Wochen nicht mehr so viel.
David Krämer über seine bisherige Saison bei Real Madrid
„Am Anfang der Saison habe ich mehr gespielt. In den letzten zwei Wochen nicht mehr so viel. Ich mache mir da aber keinen Kopf. Wir haben noch 70, 75 Partien vor uns. Das ist eine lange Saison und mein erstes Jahr in Madrid. Meine Zeit wird kommen“, sagte Krämer. Die Madrilenen stehen in der heimischen Liga auf Rang zwei und in der europäischen Topliga, der Euroleague, auf Platz zehn.
Bevor es für Krämer nach Madrid zurückgeht, steht an diesem Montag (18 Uhr, Magentasport) das zweite WM-Qualifikationsspiel auf Zypern an. Weil die drei Europameister Oscar da Silva, Justus Hollatz und Isaac Bonga (reisen zu ihren Klubs zurück) nicht mitkommen, wird Krämer als einer der erfahrensten Spieler noch mehr in eine Führungsrolle schlüpfen. „Das ist für mich nichts Neues. Ich schaue einfach, dass ich meine Mitspieler besser mache“, sagte er. Und auf „ein bisschen Sonne“ freue er sich auf der Mittelmeerinsel.