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Karte zeigt betroffene Gebiete


Tiefflüge der Bundeswehr über Niedersachsen wieder erlaubt: Wo es lauter wird

Ein Eurofighter: Die Piloten sollen künftig auch über Deutschland wieder den Tiefflug üben. (Symbolbild)

Hannover. Jahrzehntelang gehörten tieffliegende Kampfjets der Bundeswehr in vielen Regionen Niedersachsens zur gewohnten Geräuschkulisse. Danach aber wurde es leiser. Der Tiefflug gut 80 Meter über Deutschland verschwand weitgehend aus dem Trainingsprogramm der Luftwaffe. Bis jetzt.

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Die Zeiten haben sich geändert. Die Bundeswehr teilt mit, man „bereitet sich wieder auf Konflikte mit modern ausgestatteten Gegnern vor“. Damit gemeint sein dürfte unter anderem Russland. In den letzten Jahren waren Tiefflüge kein Thema. Bei Konflikten wie etwa in Afghanistan waren sie angesichts der Lufthoheit nicht notwendig.

Warum der Tiefflug für die Luftwaffe wichtig ist

Jetzt gilt laut Bundeswehr: „Tiefflug hilft, das gegnerische Radar zu unterfliegen, Bedrohungen auszumanövrieren und das Leben der Besatzungen zu schützen.“ Mit hoher Geschwindigkeit tief zu fliegen – es geht um Distanzen ab etwa 80 Metern Höhe – sei sehr anspruchsvoll. „Das müssen die Crews trainieren, bis es sicher sitzt.“ Übungen im Simulator könnten den Einsatz in der Realität nur schwer nachbilden. Ausgebildet wird zudem weiterhin in Nordamerika.

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Auch wenn die Luftwaffe bemüht sei, den Fluglärm zu reduzieren, „wird es zu einer erhöhten Wahrnehmung dieser Flüge kommen“, kündigt die Bundeswehr an. Die Belastungen sind allerdings auf einige Regionen beschränkt, wobei es Norddeutschland und hier Niedersachsen besonders trifft.

Zwei Tieffluggebiete in Niedersachsen

Hier liegen gleich zwei der sieben reaktivierten Tieffluggebiete, LFA genannt: LFA 1 erstreckt sich grob von der niederländischen Grenze bis in die Nähe von Bremen. Im Gebiet liegen beispielsweise Teile der Landkreise Emsland, Cloppenburg oder Vechta. LFA 5 wiederum liegt zwischen Bremen und Hamburg, somit wird es mutmaßlich auch über dem Kreis Rotenburg/Wümme lauter.

Diese Karte der Bundeswehr zeigt die Lage der LFA in Deutschland:

Über Deutschland gibt es acht Tieffluggebiete. Das erste und das fünfte sind für Niedersachsen relevant.
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Diese Gebiete existieren laut Bundeswehr schon lange, sie blieben aber viele Jahre ungenutzt. Das Verteidigungsministerium hat sie jetzt wieder freigegeben, damit die Piloten der Luftwaffe realitätsnah trainieren können. Die Jets dürften im Übungszielanflug für maximal zwei Minuten auf diese niedrige Flughöhe absinken, teilte die Luftwaffe mit. Die Nutzung ist allerdings auf enge Zeitfenster beschränkt und muss vorher beantragt werden: Demnach dürften Geschwader nur zwischen 9 und 12.30 Uhr sowie zwischen 13.30 und 17 Uhr in den Gebieten trainieren.

Sie planen ihre An- und Abflugrouten laut Bundeswehr zudem so, dass die Maschinen Städte, Industrieanlagen und Naturschutzflächen meiden, wenn der Auftrag das zulässt. Die Routen wechselten täglich, damit sich die Geräuschbelastung verteile.

HAZ

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